
Nachdem es bis einschließlich Donnerstag Vormittag nochmal zu erheblichen Preisanstiegen kam, beruhigten sich die Spannungen an den Börsen zuletzt wieder ein kleines bisschen. Dennoch bleibt eine allgemein volatile Grundeinstellung aktuell Standard, denn ein baldiges Ende des Irankonflikts und dessen Auswirkungen auf die Ölmärkte und die Wirtschaft scheint noch außer Sichtweite zu sein.
Israel will Angriffe auf Energieanlagen reduzieren – Iran nicht
Nachdem Israel am Mittwoch Angriffe gegen das iranische „South-Pars-Gasfeld“ startete, drohte der Iran sofort mit Vergeltungsaktionen – und führte einige davon auch durch. US-Präsident Trump verurteilte das Verhalten von Israel und drängte zum Stopp von Angriffen auf Energieanlagen. South Pars gilt als das größte Gasfeld weltweit. Mittlerweile meldete Israel, dass man auf Angriffe auf das Gasfeld vorerst verzichten will.
Das hinderte den Iran jedoch nicht daran, weitere Öl- und Gasproduktionsanlagen anzugreifen. Erst heute früh kam es zu einem Drohnenangriff auf die „Al-Zour-Raffinerie“ in Kuwait, eine der größten Raffinerien weltweit. Die Anlage wurde bereits am Donnerstag getroffen, es kam dabei zu lokalen Bränden und Schäden. Ein genaues Schadensausmaß, auch nach den Angriffen heute, ist noch nicht bekannt.
Westen deutet Bereitschaft zur Sicherung der Straße von Hormus an
Kanada und Japan meldeten vor kurzem, dass sie bei der Öffnung von und dem Geleitschutz durch die Straße von Hormus helfen wollen. Auch einige EU-Mitglieder, darunter Deutschland, Frankreich und Italien haben sich für freiwillige Unterstützungen gemeldet. Dabei will man jedoch nicht aktiv am Krieg teilnehmen sondern nur die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen.
In einem gemeinsamen Statement verkündeten die Länder ihre „Bereitschaft, zu geeigneten Maßnahmen beizutragen, um eine sichere Passage durch die Straße zu gewährleisten. Wir begrüßen das Engagement von Staaten, die entsprechende Vorbereitungen treffen“. Was genau geplant ist bzw. wann entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden sollen, wurde noch nicht genannt und soll zu großen Teilen noch besprochen werden.
Heizölpreise inmitten anhaltender Schwankungen
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten halten die Preise an den Ölbörsen wie auch bei Heizöl in starken Schwankungen aufgrund Unsicherheiten zur Versorgung und der Dauer der Konflikte. Die positiveren Aussichten zur Zusammenarbeit, um die Versorgung zeitnah zu unterstützen, sorgte dennoch für leichte Preisrückgänge bei Heizöl in der Bundesrepublik. So werden aktuell Abschläge zu Donnerstagvormittag in Höhe von -3,80 bis -5,80 Euro pro 100 Liter erwartet. Diese Zahlen können sich aufgrund der anhaltend volatilen Spannungen jedoch jederzeit ändern.

Der Iran-Krieg erreichte am gestrigen Mittwoch eine weitere Eskalationsstufe. Dies ließ nicht nur die Preise an den Ölbörsen, sondern auch die Inlandspreise erneut steigen.
Angriff auf Irans Energieanlagen führt zu Vergeltungsschlägen
Staatliche iranische Medien meldeten am Mittwochnachmittag, die Anlagen am iranischen Erdgas-Feld South Pars seien angegriffen worden. Dadurch sei es zu einem Brand gekommen, aufgrund dessen einige Produktionsstränge an der Anlage unterbrochen wurden. Der Angriff, von dem es zunächst hieß, Israel habe ihn mit dem Einverständnis der USA durchgeführt, war der erste seit Beginn des Iran-Kriegs, bei dem Energieanlagen des Landes gezielt ins Visier genommen wurden. Der Iran kündigte in der Folge unverzügliche Vergeltungsschläge auf die Energieinfrastruktur der übrigen Länder am Persischen Golf an.
Iran greift LNG-Anlage in Katar an
Bislang habe man in Ländern wie Irak oder den Vereinigten Arabischen Emiraten nur US-Militärstützpunkte oder Energieanlagen angegriffen, die in Verbindung mit den USA stehen, so das iranische Regime. Seit gestern ist diese Differenzierung bei den Zielen Irans nun jedoch offenbar aufgehoben. So gerieten die LNG-Anlagen der Industriestadt Ras Laffan in Katar ins Fadenkreuz iranischer Raketen und wurden dabei stark beschädigt. Saudi-Arabien meldete unterdessen, im Osten des Königreichs zwei Drohnen abgefangen und zerstört zu haben. Ob die Drohnen auf den Petrochemiekomplex von Jubail abzielten, den der Iran zu den potenziellen Zielen zählte, ging aus der Pressemitteilung der staatlichen saudischen Presseagentur (SPA) nicht hervor.
Angriff auf Ras Laffan katapultierte Gaspreise nach oben
Die Angriffe auf die LNG-Anlage Ras Laffan, von der aus etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Bedarfs exportiert wird, katapultierten die Gaspreise an den europäischen Börsen heute Morgen nach oben, da sie die Befürchtungen hinsichtlich potenzieller Versorgungsengpässe nährten. Auch die Preise der Rohöl- und Mitteldestillatkontrakte an den Ölbörsen legten erneut signifikant zu. So verzeichnete der Brent-Kontrakt gestern mit 107,38 Dollar pro Barrel den höchsten Settlementpreis seit Ende Juli 2022.
Inlandspreise steigen deutlich
Der erneute Preisanstieg an den Ölbörsen dürfte sich heute auch wieder bei den Heizölpreise im Inland bemerkbar machen. So erwartet die Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell rein rechnerisch im bundesweiten Durchschnitt ein Anstieg von +15,35 bis +17,45 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Vormittag. Aufgrund der anhaltend starken Volatilität kann es jedoch bei den Inlandspreisschätzungen je nach Region und Uhrzeit zu deutlichen Abweichungen kommen.

München (ots) – Tanken ist im Vergleich zur vergangenen Woche zwar etwas billiger geworden, die Kraftstoffpreise bleiben aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, dass insbesondere Diesel nach wie vor stark überteuert ist. Ein Liter des Selbstzünderkraftstoffs kostet im bundesweiten Mittel 2,162 Euro, das ist ein Rückgang von 2,6 Cent gegenüber der Vorwoche. Nur minimal billiger ist Super E10, das um 0,3 Cent gesunken ist und aktuell 2,042 Euro kostet. Damit kostet Diesel derzeit zwölf Cent mehr als Super E10 – die Steuer auf Diesel ist jedoch um 20 Cent je Liter niedriger.
Laut ADAC sind die Spritpreise in Deutschland derzeit besonders hoch – dies zeigt auch der Vergleich mit dem europäischen Ausland, wo der Preisanstieg in den Tagen seit dem Kriegsbeginn im Iran teilweise deutlich geringer ausfiel. Der Ölpreis liegt aktuell bei 103 US-Dollar und damit deutlich über dem Wert der Vorwoche. Die Kraftstoffpreise haben diesen Schritt nach oben allerdings schon in den vorherigen Tagen vorweggenommen.
Der ADAC spricht sich dafür aus, vorübergehend die Energiesteuer auf Kraftstoffe abzusenken. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen. Eine Energiesteuersenkung hätte den Vorteil, dass sie schnell und befristet umgesetzt werden könnte und damit finanziell besonders belasteten Autofahrerinnen und Autofahrern helfen würde. Der ADAC erwartet jedoch gleichzeitig, dass eine Entlastung vollständig an den Zapfsäulen und somit beim Verbraucher ankommt.

Vor dem Tanken sollte man sich über die Spritpreise an den Tankstellen in der Nähe informieren. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“. Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Nach wie vor gilt zudem, dass Tanken am Abend in der Regel um einige Cent niedriger sind als am Morgen.
Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
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Der Krieg am Persischen Golf bleibt ein massiver Belastungsfaktor für den globalen Energiemarkt. Allerdings scheint die überhitzte Preisrally an den Ölbörsen, die die Kurse zuletzt um etwa 40 Prozent in die Höhe katapultiert hatte, vorbei zu sein. Der Preis für ein Barrel der europäischen Referenzsorte Brent pendelt sich aktuell bei etwa 100 Dollar ein.
Iran-Krieg nimmt kein Ende
Damit ist der steile Preisanstieg zwar vorerst unterbrochen, doch die Ölpreise bleiben auf hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor dem Kriegsausbruch kostete ein Barrel Brent noch etwa 70 Dollar. Unterdessen bleiben die Fronten im Iran-Krieg verhärtet und die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransit-Strecken der Welt – weitestgehend blockiert.
Irak bemüht sich um alternative Exportrouten
Damit bleibt am Ölmarkt auch die grundsätzliche Angst vor einem länger anhaltenden Angebotsausfall bestehen, mit der die Preise auf hohem Niveau bleiben. Etwas Entlastung brachte heute die Nachricht, dass über die wichtige Kirkuk-Ceyhan-Pipeline wieder verstärkt Ölexporte aus dem Kurdengebiet des Irak an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan erfolgen sollen. Über die Leitung können täglich bis zu 410.000 B/T Öl transportiert werden.
Für den Irak, der aktuell etwa ein Drittel seiner täglichen Ölproduktion von gut 4 Mio. Barrel gedrosselt hat, bedeutet die Pipeline eine wichtige Alternative zur Exportroute über den Persischen Golf. Allerdings gab es in den letzten Jahren immer wieder Streit um die Versorgungsader, nicht zuletzt auch, weil das Verhältnis zwischen Bagdad und der halbautonomen Region Kurdistan im Norden des Irak stark belastet ist. Von heute an sollen die Lieferungen nun aber wieder stabil laufen.
Inlandspreise auf hohem Niveau stabil
Bei den Inlandspreisen bleibt die Lage weiterhin von Volatilität geprägt. Heute scheint sich der durchschnittliche Heizölpreis im Bundesgebiet auf ähnlichem Niveau wie gestern einzupendeln. Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen damit heute, je nach Region, zwischen -0,40 bis +0,60 Euro/100 Liter mehr bzw. weniger als am Dienstagmorgen. Auch heute bleibt die Wahrscheinlichkeit von Verzerrungen und hoher Volatilität durch die unsichere geopolitische Lage hoch.

Der Iran-Krieg sorgt weiterhin für enorme Volatilität an den internationalen Ölbörsen und treibt die Preise nicht nur in die Höhe, sondern verursacht auch immer wieder Schwankungen. So drehten die börsengehandelten Ölpreise gestern sogar etwas ins Minus, machen diese Verluste heute früh aber schon wieder wett. Insgesamt bleibt die Risikolage angespannt und die Preise damit hoch.
Kein Ende des Krieges in Sicht
Auch in Woche drei des Krieges zwischen Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite gibt es keine Aussicht auf Entspannung – eher im Gegenteil. Die für den Energietransport so wichtige Straße von Hormus bleibt weiter blockiert, gleichzeitig weiten sich die Angriffe in der Region aus. Immer wieder wird auch wichtige Energieinfrastruktur getroffen.
Iran weitet Angriffe auf Energieinfrastruktur aus
So haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Betrieb am Erdgas-Feld Shah vorübergehend ausgesetzt, nachdem dort iranische Drohnen eingeschlagen hatten. Bereits zum Wochenbeginn war der wichtige emiratische Ölhafen Fudschaira ins Visier iranischer Drohnen geraten. An dem Hafen, von dem aus Öl exportiert werden kann, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen, konnte der Betrieb zum Teil wiederaufgenommen werden.
Im Irak soll der Iran unterdessen das Ölfeld Majnoon angegriffen haben. Einem Nachrichtenbericht zufolge wurde das Ölfeld in der Provinz Basra am Montag Ziel von zwei Drohnen. Der Irak hatte schon kurz nach Kriegsbeginn damit begonnen, die Produktion an seinen Öl- und Gasfeldern zu drosseln, da durch die Exportunterbrechung am Persischen Golf die Lagerkapazitäten knapp wurden.
Anleger am Ölmarkt bleiben vorsichtig
Am Ölmarkt bleibt man skeptisch, ob es ein schnelles Kriegsende geben kann. Alle bisher ergriffenen Maßnahmen um die Folgen der Blockade an der wichtigen Wasserstraße zu lindern, verpufften mehr oder weniger wirkungslos – ob es die letzte Woche beschlossenen rekordhohen Freigaben aus den Notfallreserven sind, oder der US-Plan, den Schiffsverkehr militärisch zu schützen. Trumps Forderung nach Unterstützung bei diesem Plan erteilten die meisten Länder, darunter auch Deutschland, gestern eine Absage.
Inlandspreise legen wieder etwas zu
Für die Heizölpreise im Inland bedeutet das heute aller Wahrscheinlichkeit nach erneut Aufschläge. So ergbit sich aktuell rein rechnerisch im Bundesdurchschnitt ein Aufpreis von +0,25 bis +1,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Vormittag. Aufgrund der anhaltend starken Volatilität kann es jedoch bei den Inlandspreisschätzungen je nach Region und Uhrzeit zu deutlichen Abweichungen kommen.

Die volatilen Preisbewegungen an den Öl- und Ölproduktmärkten setzen sich weiterhin fort, da die Konflikte im Nahen Osten weiterhin für Unsicherheiten zur weltweiten Ölversorgung sorgen. Nachdem die Preise Anfang März erheblich angestiegen sind, finden sie sich jetzt mit starken Schwankungen konfrontiert.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die kurzfristigen Preisentwicklungen von Heizöl sind derzeit durch die allgemeine Volatilität am Ölmarkt geprägt. Entsprechend gibt es fast täglich ein erhebliches Auf- und Ab bei den Heizölpreisen. Dieser stieg heute, im Vergleich zum vergangenen Freitag, um +5,23 Euro bzw. +3,8 Prozent. Dementgegen zahlen Käufer von Heizöl aktuell, verglichen mit vor einer Woche -4,53 Euro weniger. Schauen wir weiter zu vor einem Monat, bevor die aktuellen Konflikte hochkochen konnten, stiegen die Heizölpreise seitdem um +48,42 Euro, entsprechend +51,7 Prozent.
Langfristige Preisentwicklung
Auf längere Sicht wird nochmal deutlich, wie stark die aktuellen Preisanstiege entgegen der sonstigen Entwicklungen verlaufen. Verglichen mit der zuletzt günstigsten Saison, Ende 2025, zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer derzeit +56,77 Euro mehr pro 100 Liter Heizöl in Deutschland. Und auch die Vorjahresvergleiche zeigen die derzeit erheblich höheren Heizölpreise, mit aktuellen Preisen von durchschnittlich +49,68 Euro mehr als im März 2025, und +37,77€ Aufschlag gegenüber Mitte März 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe in und um den Iran verschärfen sich
Die Angriffe im Nahen Osten nehmen weiter zu. Der Iran greift immer wieder Ölstrukturen im Nahen Osten an, während USA und Israel insbesondere militärische Punkte im Iran fokussieren. Die Angriffe scheinen so oder so nicht allzu bald zu enden.
– Globale Ölproduktion durch Nahostkonflikt um mindestens -10% eingebrochen
Die Sperre der wichtigsten Öl-Handelsstraße, die Straße von Hormus, sorgt vielerorts im Nahen Osten für volle Ölspeicher, weshalb Ölproduktionen bereits heruntergefahren werden mussten. Die Angriffe auf Raffinerien und nahe von Ölproduktionen verschärft die Abschaltungen der Ölinfrastrukturen nochmals.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Schrittweise Freigabe strategischer Ölreserven
Insgesamt 400 Mio. Barrel Rohöl sollen aus den strategischen Reserven mehrerer Länder freigegeben werden. Der Raum Asien-Ozeanien wird diese Freigaben unverzüglich beginnen, Europa und die USA wollen ihre Freigaben ab Ende März starten.
– USA lockern Sanktionen für russisches Öl auf See
Die USA lockerte zuletzt die Sanktionen gegen russisches Öl für 30 Tage, solang die Ware vor dem 12. März verladen wurde und bereits auf hoher See liegt. Das könnte den asiatischen Großabnehmern wie China und Indien dabei helfen, günstig für einige Wochen an Öl zu kommen und damit fehlende Exporte aus dem Nahen Osten aufzufangen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 16.03.2026

Die Unsicherheiten an den Ölmärkten aufgrund des anhaltenden Nahost-Konflikts bleiben weiter bestehen und sorgen für Unsicherheiten und Unruhen. Das merken Verbraucher wie Börsen gleichzeitig an erheblich gestiegenen Preisen bei Erdöl und dessen Produkten. Um den Preisdruck etwas zu lindern, will die USA nun die Sanktionen für russisches Öl lockern, sofern sich ebendieses Öl bereits frei auf dem Meer befindet.
USA lockert Sanktionen gegen russisches Öl
Da die Ölpreise weltweit weiterhin durch die Decke gehen, und bisherige Maßnahmen bestenfalls nur kurze und leichte Beruhigung in die Situation bringen konnte, will die USA als nächstes ihre Sanktionen gegen russisches Öl lockern. So soll es seitens der USA für 30 Tage gestattet sein, Öl zu kaufen, welches aus Russland kommt aber vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurde. Die Freigabe endet am 11. April und gilt nicht für Öl, welches noch verladen und verschifft werden muss.
Vergangene Woche erst gab US-Präsident Trump genau diese Ölimporte für Indien frei, jetzt sind sie eben auch für den restlichen globalen Markt freigegeben. Besonders am asiatischen markt könnte dies für einen Moment der Entspannung sorgen, da diese seit den Exporteinbrüchen des Nahen Osten teils mehr als 40% ihrer Ölversorgung in Gefahr sehen.
Wichtig ist jedoch, nur weil die USA die Käufe von russischem Öl freigeben, heißt das nicht dass auch Europa dabei mitzieht. Ganz im Gegenteil, EU-Vertreter warnten schon Anfang der Woche vor Sanktionslockerungen gegen Russland und sprachen sich dagegen aus. Insbesondere die Ukraine betont, dass eine Lockerung von Kriegssanktionen einem Entgegenkommen in Russlands Angriffskrieg gleichkommen kann. Entsprechend sind die Käufe russischen Öls und dessen Produkte zwar international seitens der USA gestattet, aber nicht aus Sicht der EU.
Heizölpreise inmitten anhaltender Schwankungen
Das Auf- und Ab der Ölpreise, darunter auch Produkte wie Heizöl, setzt sich auch heute weiter fort. Regelmäßige Ankündigungen, Lockerungen und Verschärfungen machen Preiseinschätzungen immer schwieriger und können sich innerhalb weniger Minuten wieder ändern. Rein rechnerisch wird für den Heizölpreis aktuell eine Abweichung von -1,45 bis +0,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet. Aufgrund der anhaltend starken Volatilität kann es jedoch je nach Region und Uhrzeit zu deutlichen Abweichungen kommen.

München (ots) – Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Wochenverlauf steil nach oben gegangen. Zu spüren bekommen die dramatische Verteuerung besonders die Diesel-Fahrer, deren Kraftstoff innerhalb einer Woche um 27,1 Cent je Liter gestiegen ist. Aber auch Benzin hat sich massiv verteuert: Super E10 kostet aktuell 14,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Wie der ADAC in seiner wöchentlichen Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland ermittelt hat, muss man derzeit für einen Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,045 Euro (Preis in der Vorwoche 1,897 Euro) bezahlen. Diesel kostet im Schnitt 2,188 Euro (Vorwoche 1,917 Euro) und hat den Benzinpreise sehr deutlich überholt. Damit liegen die Preise beider Kraftstoffsorten gleichzeitig über der Marke von zwei Euro je Liter. Dies war letztmals am 7. September 2022 der Fall.
Der Ölpreis ist nach einem zwischenzeitlichen Sprung vor zwei Tagen auf zeitweise sogar über 120 US-Dollar je Barrel wieder auf niedrigerem Niveau und liegt derzeit im Bereich von 90 US-Dollar. Angesichts dieser Entspannung auf dem Rohölmarkt erwartet der ADAC, dass die Mineralölkonzerne die Spritpreise ohne Zeitverzug an die günstigeren Rahmenbedingungen anpassen und Kraftstoffe spürbar preiswerter anbieten. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass höhere Ölpreise zu einer sehr schnellen Verteuerung an den Zapfsäulen führen können, eine Entspannung beim Rohöl jedoch oftmals langsamer an die Verbraucher weitergegeben wird.
Nach Meinung des ADAC muss die Politik eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen. Ziel muss sein, die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Autofahrerinnen und Autofahrer für die Dauer der Krise zu begrenzen. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen. Wichtig ist in jedem Fall, dass eine Entlastung vollumfänglich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt.

Der ADAC empfiehlt, sich vor dem Tanken über die Spritpreise an den Tankstellen in der Nähe zu informieren. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“. Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Pressekontakt:
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Seit 11 Tagen herrscht nun schon Krieg am Persischen Golf. Genauso lange ist die Straße von Hormus, durch die sonst täglich ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, gesperrt. Der Iran lässt kaum noch Schiffe passieren, die meisten riskieren die Durchfahrt erst gar nicht. Nun haben die USA nach eigenen Angaben mehrere iranische Minenlegeboote attackiert und ausgeschaltet. Zuvor hatte Donald Trump den Iran vor dem Legen von Wasserminen in der Meerenge gewarnt.
USA zerstören 16 iranische Minenlegerboote
Das US-Militär teilte noch gestern Abend mit, Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, nahe der Straße von Hormus zerstört. Zudem veröffentlichte es Videomaterial, auf dem die Angriffe zu sehen sein sollen. Zuvor hatte es widersprüchliche Medienberichte von CNN und CBS gegeben, denen zufolge der Iran begonnen habe, Unterwasserminen in der Region zu legen.
Donald Trump drohte dem Iran über Social Media: „Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben“. Ihm lägen aber keine Berichte darüber vor, dass bereits Seeminen verlegt seien, so Trump. Er fügte an, dass die USA dieselben Methoden einsetzen würden wie gegen den Drogenhandel, um „alle Boote oder Schiffe, die versuchen, Minen in der Straße von Hormus zu legen, dauerhaft zu eliminieren“.
Verminung wäre Katastrophe für den Ölmarkt
Zur Stunde ist unklar, ob der Iran tatsächlich schon erste Unterwasserminen in der Region gelegt hat oder nicht. Sicher ist, dass eine solche Maßnahme für den globalen Ölhandel eine katastrophale Nachricht wäre, denn sie würde die Passierbarkeit der Straße von Hormus auf unbestimmte Zeit extrem gefährlich machen. Selbst im Falle einer Kapitulation des Iran wäre die Wiederaufnahme der Exporte durch die Wasserstraße damit erschwert und die Risikoprämie würde erhöht bleiben.
Inlandspreise
Trotz der immanenten Gefahr einer langwierigen Unterbrechung der Ölexporte gaben die Ölbörsen gestern noch einmal etwas nach, so dass auch bei den Inlandspreisen heute mit leichten Abschlägen gerechnet werden kann. Rein rechnerisch dürften 100 Liter Heizöl im bundesweiten Durchschnitt etwa -1,35 bis -2,35 Euro weniger kosten als gestern. Aufgrund der extremen Preisvolatilität kann es aber je nach Region auch zu starken Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.

Der Iran-Krieg und seine Folgen für den Ölmarkt sorgen weiterhin für viel Volatilität bei den international gehandelten Rohölpreisen. Entsprechend legten auch die Heizölpreise im Bundesgebiet gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Nach einem frühen Preisanstieg fielen die Preise im Tagesverlauf um fast 20 Euro pro 100 Liter.
Trump verspricht Kriegsende und Sanktionslockerungen
Am Montagabend hatte vor allem ein Kommentar von Donald Trump für Abwärtsdynamik gesorgt, denn er bezeichnete den Krieg im Iran als „so gut wie beendet“ und stellte gleichzeitig Sanktionslockerungen gegen Russland in Aussicht. Damit könnte russisches Öl einen Teil der Angebotsausfälle aus dem Nahen Osten auffangen. Konkrete Angaben machte der US-Präsident aber wie üblich nicht.
Bereits am Montagnachmittag hatten die G7 Staaten, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA, über eine mögliche Freigabe aus den strategischen Notreserven diskutiert. Diese sind für den Fall angelegt, um Angebotsschocks durch geopolitische Verwerfungen oder Naturkatastrophen aufzufangen.
G7 sieht noch keine Notwendigkeit für Notreserven
Allerdings entschieden die G7 Nationen gestern in Absprache mit der Internationalen Energieagentur (IEA), die die Notreserven verwaltet, dass eine solche Maßnahme noch nicht nötig sei. Obwohl damit erst mal kein zusätzliches Öl auf den Markt kommt, schien die Entscheidung an die Märkte doch das Signal zu senden, dass die Lage noch nicht so dramatisch ist, wie man noch am Montagmorgen fürchtete.
Volatilität dürfte hoch bleiben
Insgesamt wird die Lage aber aller Voraussicht nach volatil bleiben. Entgegen der Aussagen des US-Präsidenten scheint ein Ende des Krieges am Persischen Golf nicht wirklich spürbar und mehr und mehr ölproduzierende Länder in der Region müssen ihre Förderung drosseln. Da die wichtigste Exportroute durch die Straße von Hormus weiterhin komplett gesperrt bleibt, werden die Lagerkapazitäten immer knapper, so dass die Ölpumpen still stehen müssen.
Inlandspreise
Auch bei den Inlandspreisen sind die starken Preisschwankungen spürbar und die durchschnittlichen Heizölpreise weisen starke Spannen auf – je nach Region können die Preisunterschiede aktuell bis zu 6 Euro betragen. Im Bundesdurchschnitt kann allerdings heute im Vergleich zu Montagmorgen mit einem Abschlag von etwa -15,90 bis -13,90 Euro pro 100 Liter Heizöl gerechnet werden.
