
Der Mittwoch brachte eine Reihe Nachrichten, welche für deutliche Preisanstiege bei Rohöl und den Produkten sorgten. Nicht nur verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, als der US-Präsident ein Ende der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, auch Russland kündigte ein Exportverbot für Diesel an und setzte damit die bereits knapper versorgten Ölprodukt-Märkte weiter unter Druck. Umfassende Preisanstiege waren gestern, und sind auch heute noch, die Folge.
Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert
Nachdem das US-Militär bereits am Dienstag Angriffe auf iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen führte, setzte man die Offensive auch am Mittwoch fort. Teheran reagierte mit Gegenschlägen in Kuwait und Bahrain. Auslöser der Auseinandersetzungen der letzten Tage waren Angriffe auf Tanker nahe der Küste des Oman , südlich des Iran. Das US-Militärkommando CENTCOM betonte dabei ihr Ziel, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus südlich des Iran mit diesen Angriffen zu sichern.
Infolge der Eskalationen kam der Schiffverkehr in der für den globalen Handel wichtigen Handelsstraße fast komplett zum erliegen. Die wenigen beobachtbaren Frachtbewegungen zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman fanden fast ausschließlich nahe der iranischen Küste statt. Diesen Bereich gab die Regierung des Iran als sicher frei, erhebt dort jedoch gelegentlich Frachtgebühren und zeichnet alle Fracht- und Handelsdaten genau auf. Der sonst übliche, freie Handel ohne Abgaben ist auf dieser Route jedoch kaum bis gar nicht möglich.
Russland kündigt Diesel-Exportsperren an
In den letzten Wochen nahmen die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russland enorm zu. Der Konflikt zwischen beiden Ländern begann 2014 mit der russischen Übernahme der Halbinsel Krim und eskalierte im Februar 2022 in einen umfassenden Krieg. Um die russischen Kassen zu leeren und die Versorgung russischer Streitkräfte zu behindern, fuhr die Ukraine in den letzten Monaten ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Öltransporte drastisch hoch und sorgte damit wiederholt für Versorgungsknappheiten in einigen russischen Regionen.
Mittlerweile sind die Auswirkungen dieser Versorgungsprobleme so umfassend, dass Russland gestern ein komplettes Exportverbot für Diesel ankündigte. Ein Exportverbot für Benzin existiert ebenfalls schon seit einigen Monaten. Auch wenn die EU den Import von russischen Ölprodukten weitgehend verboten hat, ist der asiatische Markt sehr auf diese Waren angewiesen. Das mit der Exportsperre eingebrochene Angebot am Markt sorgt dementsprechend für scharfe Preisanstiege an den Ölprodukt-Börsen.
Starker Anstieg der Heizölpreise erwartet
Mit den Versorgungsschwierigkeiten seitens Russland und den Spannungen im Nahen Osten steigt der Druck auf die internationalen Energiemärkte. Auch am deutschen Heizölmarkt sorgt dies für deutliche Anstiege am Heizölpreis, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit deutlichen Preisanstiegen über +4,65 bis +6,15 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen müssen. Diese Aufschläge können sich, abhängig von geopolitischen Entwicklungen, jedoch schnell und unerwartet wieder ändern.

Am Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die Rohöl- und Ölproduktpreise zeitweise deutlich, die Produktpreise fielen jedoch am Mittwochmorgen schon wieder.
USA bestätigt Angriffe auf iranische Verteidigungssysteme
Zwischen der Nacht zum Montag und Dienstagnachmittag hat der Iran, US-Medien zufolge, mindestens 4 Frachtschiffe beschossen und dabei teils schwer beschädigt. Die Regierung Teherans, also der Hauptstadt des Iran, drohte daraufhin, dass die Schifffahrt durch die Wasserstraße südlich des Iran nur gewährleistet werden könne, wenn die Schiffe aktiv nahe der iranischen Küste vorbeifahren würden. Als Antwort auf die iranischen Aggressionen griff das US-Militär eigenen Angaben zufolge mehr als 80 iranische Ziele an.
Angaben des US-Zentralkommandos zufolge richteten sich die Angriffe gezielt gegen iranische Luftverteidigungssysteme, andere militärische Anlagen und mehr als 60 Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarde. Die Schläge seien dabei die „unmittelbar Reaktion“ der USA auf die Aggressionen des Iran gewesen. Gleichzeitig ließ die USA eine Sanktionsausnahme aufheben, die seit etwa drei Wochen den Verkauf und Kauf von iranischem Erdöl und dessen Produkten erlaubte.
Iran verurteilt US-Verhalten, kündigt „vernichtende Antwort“ an
Als Antwort auf die US-Reaktionen kündigte der Iran eine „vernichtende Antwort“ an und sprach von einem „eklatanten Akt der Aggression“ seitens der Vereinigten Staaten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Iran Drohnenangriffe auf Bahrain durchgeführt habe. Auch Kuwait meldete, dass ihre Waffensysteme auf eingehende Drohnen- und Raketenangriffe reagiert hätten.
Die Spannungen seitens des Iran und den USA sorgt am Markt für Unsicherheit in der Sicherheit der Ölexporte aus dem Nahen Osten. Diese laufen bislang zu großen Teilen durch die Straße von Hormus, die noch letztes Jahr die wichtigste Transportroute für knapp 20 Millionen Barrel Öl pro Tag war. Sollten die Konflikte um diese Handelsroute weiter eskalieren, könnte die weiterhin vorsichtige Schifffahrt in der Region weiter ausgebremst und eingeschränkt werden, und damit den Angebotsdruck am Markt weiter verschärfen.
Heizöl etwas teuer
Nachdem die Ölprodukt-Preise am Dienstag von deutlichen Schwankungen betroffen haben, konnten sie sich am Ende wieder fast auf das Niveau des Vortages senken. Entsprechend sind für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute nur geringe Preisaufschläge um +0,25 bis +0,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag zu erwarten. Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte jedoch jederzeit neue Preisentwicklungen mit sich bringen, die unerwartete Änderungen der Preise auslösen können.

An den Ölmärkten bleibt die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter im Fokus. Die Route zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, beide im Nahen Osten, ist eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt. Während die dortigen Frachtbewegungen vergangene Woche noch sicher und stetig wachsend waren, sorgten Angriffe auf Handelsschiffe am Montagabend und Dienstag für neue Sorgen, weshalb die Preise an den Ölbörsen einen leichten Anstieg erlebten.
Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus gemeldet
Angaben des Nachrichtenportal Axios zufolge kam es am Montagabend zu einem iranischen Angriff auf zwei Handelsschiffe, als diese die Straße von Hormus, südlich der iranischen Küste, passierten. Der Iran bekannte sich bislang nicht zu den Angriffen. Der Vorfall setzt jetzt erneut Druck auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran aus, da als Teil der Abmachungen keine Angriffe mehr auf Schiffe in der Meerenge geführt werden sollen.
Kurz darauf wurde durch die britische Marinesicherheitseinheit UKMTO ein Angriff auf einen Öltanker vor der omanischen Küste gemeldet. Auch hier ist der genaue Täter unbekannt, ein Angriff des Iran wird jedoch auch hier für wahrscheinlich gehalten. In beiden Fällen zeigen die Schäden und der Beschuss klar, dass der Schiffsverkehr im Nahen Osten zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weiterhin große Risiken birgt.
Die US-Regierung meldete sich bislang noch nicht zu den Angriffen und gab auch noch keine Gegenangriffe auf den Iran, wie es in den letzten Wochen immer wieder der Fall nach solchen Entwicklungen war. Während die Verhandlungen zwischen beiden Ländern zuletzt schleppend verliefen, sollen sie beiden Seiten zufolge trotzdem konstruktiv gewesen sein. Die Schifffahrt bleibt dennoch unsicher und damit auch Versicherungs- und Risikoaufschläge für die Durchquerung der Meerenge, was direkte Anstiege des Ölpreises zur Folge hat.
Heizöl etwas teuer
Mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und einigen Versorgungsunsicherheiten besonders im asiatischen Raum, stiegen die globalen Preise für Ölprodukte und damit auch die Kosten für Heizöl in Deutschland wieder etwas an. Abnehmer und Abnehmerinnen in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit leichten bis moderaten Aufschlägen zum Montag rechnen, diese liegen aktuellen Erwartungen zufolge bei +1,95 bis +2,95 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Während sich die Rohölpreise auf Börsenseite in den letzten Wochen deutlich erholt haben, konnten die Preise für Ölprodukte, darunter Heizöl, sich noch nicht vollständig erholen. Die Versorgungslücken am Markt sind noch nicht vollständig geschlossen, während allgemeine Unsicherheiten zum Fortgang der US-Iran-Beziehungen weiter bestehen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Der Markt für Ölprodukte ist weltweit weiter angespannt, was die Preise relativ hoch hält. Für deutsche Heizölkäufer bedeutete dies in den letzten Tagen wieder steigende Preise im Einkauf. So zahlen Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit durchschnittlich +2,29 Euro mehr als vergangenen Freitag und +4,20 Euro mehr als vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat sind dennoch deutliche Rabatte beim Heizölkauf zu melden, aktuell über durchschnittlich -6,07 Euro gegenüber den Einkaufspreisen von Anfang Juni.
Langfristige Preisentwicklung
Die Preisabschläge werden besonders deutlich, wenn man auf die Heizölpreise zur Hochzeit des US-Iran-Israel Konflikts vor rund 3 Monaten blickt. Damit verglichen zahlen Heizölkäufer aktuell -45,80 Euro weniger. Im Vergleich zu den Vorjahren muss dennoch mit teils deutlichen Aufpreisen gerechnet werden. Diese liegen derzeit gegenüber Juli 2025 bei +26,13 Euro, und zu Juli 2024 bei +16,90 Euro.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran-USA-Gespräche inmitten Unsicherheiten und Nervosität
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Straße von Hormus und der freien Schifffahrt von und zum Persischen Golf laufen weiter. Wie lange sie andauern, und wann es zu Ergebnissen kommt, mit denen beide Seiten zufrieden sind, ist derzeit schwer abzuschätzen.
– Ukrainische Angriffe schwächen russische Öl- und Ölproduktindustrie
Ukraine fährt weiterhin seine Angriffe gegen die russische Ölindustrie, was die Ölverarbeitung und Exporte Russlands besonders für den asiatischen Markt deutlich einschränkt. Dadurch wird die globale Verfügbarkeit von Ölprodukten weiter eingeschränkt, was sich auch in Deutschland auf den Heizölpreis auswirkt.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen zu
Die Exporte aus dem Nahen Osten laufen weiter an und steigen Woche für Woche, auch wenn sie noch nicht vollständig auf dem Niveau vor dem USA-Iran-Konflikt angekommen sind. Der Schiffsstau rund um den persischen Golf löst sich ebenfalls auf und macht den Warenverkehr wieder freier.
– Analysten rechnen mit Ölüberangebot
Die Erholung der Rohölexporte, bei gleichzeitig sinkender Nachfrage nach dem Rohstoff durch China, könnte in den kommenden Monaten sogar zu einem Überangebot führen. Dieses würde die Preise von Öl und auch dessen Produkten weiterhin sinken lassen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 06.07.2026

Bei den Ölbörsen kam es zwischen Donnerstagnachmittag und Freitag zu leichten Anstiegen beim Erdölpreis. Das liegt jedoch weniger an Versorgungsproblemen, sondern an charttechnischen Marktbewegungen, die leichte Preiserhöhungen signalisieren. Insgesamt melden die Rohölmärkte deutliche Versorgungssicherheiten, da die Exporte aus dem Nahen Osten sich schneller erholen als in den letzten Monaten erwartet. Bei Ölprodukten ist die Lage derzeit noch angespannter, wobei auch hier Zeichen zur Besserung sichtbar werden.
Ölmarkt zeigt Kurs in Richtung Überversorgung
Nachdem der Markt zwischen März und Mitte Juni deutliche Versorgungsengpässe im Rahmen des US-Iran-Israel-Konflikts fürchtete, scheinen die kurzfristigen Sorgen bei den Händlern schon wieder größtenteils beruhigt zu sein. Hauptgrund hierfür sind die rasant angestiegenen Exporte aus dem Nahen Osten. Kuwait und Saudi Arabien meldeten in den letzten Tagen, dass ihre Ölproduktionen und Exporte nur noch knapp unter den Mengen vom Jahresbeginn liegen, die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten sogar neue Allzeitrekorde in der Ölproduktion.
Mittlerweile sieht die Versorgung so gut aus, dass mehr und mehr Marktanalysten eine Überversorgung am Ölmarkt erwarten, sobald die Lieferströme und globalen Engpässe im Lauf der nächsten Monate gelöst und wiederaufgebaut werden. Analysten kürzten daraufhin bereits ihre Preiserwartungen für den Rohölmarkt für die kommenden Jahre, da die Erholungen vielerorts besser und schneller laufen, als zuletzt angenommen. Sicher ist trotzdem noch nichts, da die Lage im Nahen Osten sich genau so schnell wieder verhärten und die Versorgung der Ölmärkte damit kippen könnte.
Treibstoffmärkte in Zentral-Asien angespannt
Auch wenn sich die Lage bei Rohöl zuletzt stabilisierte, bleibt der Treibstoffmarkt weiter angespannt, besonders im asiatischen Raum. Russland musste zuletzt zugeben, dass die Kraftstoffversorgung im eigenen Land stark destabilisiert ist, weshalb Exporte weiter eingeschränkt und sogar Importe von Diesel und Benzin im Raum stehen, was für Russland sehr unüblich ist. Diese Versorgungsschwierigkeiten schwappen mittlerweile auch aus Russland heraus und ins direkte Umland im Süden und Westen.
Zentralasien ist stark von russischen Kraftstoffexporten abhängig. Kirgisistan bezieht rund 93 Prozent seines Kraftstoffbedarfs aus Russland und sucht jetzt dringende Unterstützung von anderen Nachbarländern. Auch Kasachstan sieht die eigene Verarbeitung bedroht, da mitunter eine Aufbereitungsanlagen für kasachisches Erdgas, die in russischem Gebiet steht, von ukrainischen Drohnen schwer beschädigt wurde. Die Angebotsschwierigkeiten und entsprechende Änderungen bei Exporten und Transportrouten wirkt sich anteilig auf weite Teile der weltweiten Treibstoffexporte und entsprechende Preise aus.
Heizölpreise mit leichtem Plus erwartet
Mit den kürzlichen Entwicklungen bei Ölprodukten und den leichten Anstiegen am Rohölpreis gibt es auch einen leichten Preisdruck auf Heizöl in der Bundesrepublik. Glücklicherweise für die Abnehmer sind die Preisanstiege jedoch nur gering, dennoch müssen Abnehmer von Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen um +0,50 bis +1,10 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen.

München (ots) – Die Mineralölunternehmen haben das Ende des Tankrabatts zum 1. Juli vorweggenommen und die Kraftstoffpreise bereits am Vortag kräftig erhöht. Wie der ADAC mitteilt, kostete Super E10 am 30. Juni, dem letzten Tag des Tankrabatts, 1,923 Euro je Liter – das waren 6,2 Cent mehr als am Vortag. Noch deutlicher ist der Dieselpreis nach oben gesprungen: Für einen Liter mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer gestern 1,859 Euro bezahlen und damit 7,5 Cent mehr als am Tag zuvor. Vor dem Hintergrund des seit Tagen insgesamt stabilen Rohölpreises und des ohnehin seit langem überteuerten Preisniveaus an den Zapfsäulen ist dieses Vorgehen aus Sicht des ADAC scharf zu kritisieren.
Auch im Vergleich mit den Kraftstoffpreisen der Vorwoche zeigt sich, wie stark die Ölkonzerne die Preise nach oben treiben – trotz unveränderter Rahmenbedingungen insbesondere beim Ölpreis und dem Wechselkurs von Euro zum US-Dollar. Danach ist der Preis für Super E10 binnen Wochenfrist um 10,6 Cent auf im Schnitt 1,923 Euro gestiegen. Diesel verteuerte sich seit der Vorwoche um 12,8 Cent auf 1,859 Euro.

Aus Sicht des ADAC verbieten sich angesichts der vorgezogenen Rücknahme des Tankrabatts aktuell weitere Preisanhebungen. Das Preisniveau bei beiden Sorten ist insbesondere seit dem Start des Österreich-Modells zumeist klar überhöht und der Tankrabatt wurde bereits vorzeitig von den Konzernen beendet. Eine erneute Verteuerung wäre damit nicht mehr gerechtfertigt.

Betrachtet man die Durchschnittpreise im Juni, sind die Kraftstoffpreise im Vergleich zum Mai spürbar gesunken – das zeigen die Zahlen des ADAC. So kostete Super E10 im Monatsmittel 1,870 Euro und damit 11,3 Cent weniger als im Vormonat. Diesel war im Juni im Monatsdurchschnitt mit 1,818 Euro je Liter sogar um 17,3 Cent billiger als im Mai. Der Rückgang der Spritpreise geht in erster Linie auf das Konto des gesunkenen Rohölpreises. Er fiel von knapp unter 100 US-Dollar zum Monatsanfang auf etwa 73 US-Dollar am 30. Juni. Im Mai hatte Brent-Öl häufig deutlich über der Marke von 100 US-Dollar notiert.
Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
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Bildquelle: ADAC e.V.

Zum Start in den Mittwoch ist das Bild an den Ölbörsen insgesamt gemischt. Während Rohöl selbst etwas günstiger ist als am Vortag, stiegen die Preise der Ölprodukte am Markt da die Versorgung deutlich empfindlicher und schneller von den aktuellen, weltpolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden könnte. Die daraus folgende Sorge vor Engpässen macht sich aktuell bei fast allen Ölprodukten, darunter auch Kraftstoffe und Heizöl, deutlich bemerkbar.
Nahost-Schiffsverkehr nimmt zu…
Die Sperre der Seeroute „Straße von Hormus“ ist seit etwa zwei Wochen für den Frachtverkehr aufgehoben. Zwar gab es vereinzelte Eskalationen, wie Angriffe auf mindestens je ein Frachtschiff und einen Öltanker, da dies jedoch Einzelfälle blieben, nahm der Verkehr in der Meerenge in den letzten Tagen wieder deutlich zu. Besonders für die asiatischen Länder ist das ein Segen, da diese teils mehr als 90% ihrer Ölversorgung aus dem Nahen Osten importierten.
Noch sind die Zahlen des Frachtverkehrs nicht auf dem Stand der Vorkriegszeit angekommen. Dafür sind die Unsicherheiten in der Region schlicht noch zu hoch, auch da es immer wieder zu kleinen, aber auch größeren, politischen Streitigkeiten zwischen dem Iran und den USA kommt. Andere Länder konnten dafür viele Schiffe durch die Meerenge bringen, die im Rahmen des Nahostkonflikts mit Fracht und Mannschaft in der Region „gefangen“ waren. Sollten die Spannungen aufhören, steht einem allgemein sicheren Frachtverkehr in der Region theoretisch nichts im Weg.
… politische Spannungen zwischen USA und Iran bleiben
Ob die Spannungen wirklich aufhören, wird derzeit jedoch wieder mehr in Frage gestellt. Ursprünglich waren für Dienstagabend Gespräche zwischen hohen Vertretern der USA und des Iran geplant, um die Friedensverhandlungen weiter nach vorne zu bringen. Nachdem vergangenes Wochenende ein Schiff in der Straße von Hormus angegriffen wurde, und es daraufhin zu kurzen aber scharfen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran kam, verschloss sich das Nahost-Land vor zeitnahen, direkten Verhandlungen. Das schürt aktuell wieder die Unsicherheit zur Sicherheit beim Schiffsverkehr im Nahen Osten.
Trotzdem fanden gestern Gespräche statt, jedoch nur zwischen Washington und Katar und vermeintlich zwischen dem Iran und nicht näher genannten Vermittlern. Aktuell sieht es so aus, als wolle der Iran seinen Griff um die Straße von Hormus politisch festigen und für die Sicherheit und den Verkehr in der Meerenge Einflussträger sein, was die USA vermeiden will. Wann es wieder zu direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten kommen könnte, ist aktuell unbekannt.
Heizölpreise zwischen Dienstag und Mittwoch deutlich angestiegen
Die Unsicherheiten zu den Verhandlungen rund um den Iran und die USA lässt die Märkte nervös auf die Versorgung mit Rohölprodukten blicken, weshalb deren Preise am Dienstag teils deutlich angestiegen sind. Entsprechend deutliche Aufpreise müssen heute beim Kauf von Heizöl erwartet werden. Die Aufschläge liegen aktuellen Rechnungen zufolge bei +3,45 bis +4,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag

Obwohl die Verhandlungen zwischen den USA und Iran eher schwierig verlaufen, bleibt die für den Ölhandel so wichtige Straße von Hormus offenbar geöffnet. Entsprechend hat sich der Tankerstau der letzten Monate deutlich abgebaut und die Ölpreise sind von ihren Höchstständen zurückgekehrt.
Ölpreise fast wieder auf Vorkriegsniveau
Inzwischen haben die börsengehandelten Rohölpreise fast schon wieder das Niveau erreicht, bei dem sie vor Kriegsausbruch handelten. Und auch der Preis für ein Barrel Gasoil, dem Produktkontrakt, der maßgeblich die Heizölpreise im Bundesgebiet mitbestimmt, hat den größten Teil seiner kriegsbedingten Aufschläge wieder wett gemacht.
Dennoch bleibt die Lage am Persischen Golf fragil. Viele Fragen sind nach wie vor ungeklärt und die USA und Iran zeigen sich überwiegend als nicht gerade kompromissbereit. Am Wochenende war es zudem wieder zu Kampfhandlungen und gegenseitigem Beschuss gekommen, weshalb die eigentlich für diese Woche geplanten Verhandlungen auf wackeligen Beinen stehen.
Schwierige Verhandlungen zwischen USA und Iran
Gestern machten widersprüchliche Meldungen die Runde, ob es überhaupt Verhandlungen geben würde und wenn ja, zwischen wem. Klar ist, dass die USA ihre Sondergesandten Steve Wittkoff und Jared Kushner nach Katar geschickt haben, da der Iran laut Donald Trump angeblich für heute um ein Gespräch gebeten habe.
Aus dem Iran hatte es zuvor geheißen, man werde zwar Gespräche führen, aber ausschließlich mit dem Oman. Dabei werde es um die Regulierung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen. Teheran verfolgt den Plan, Transitgebühren für die Durchfahrt der Meerenge zu erheben, was von den meisten anderen Ländern strikt abgelehnt wird.
Heizöl mit leichten Aufschlägen
Die Inlandspreise starten heute mit leichten Aufschlägen in den Tag, bleiben aber insgesamt innerhalb der Seitwärtsbewegung, die sich seit Mitte Juni etabliert hat. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute mit Aufschlägen von ca. +0,45 bis +1,05 Euro/100l im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.

Neue Woche – Gleiches Spiel; Während die USA und der Iran weiterhin an Friedensverhandlungen festhalten wollen, meldete die USA Angriffe auf iranische Waffenstellungen, weshalb der Iran die Länder in der Umgebung angriff. Mittlerweile sollen die Waffen zwar wieder ruhen, wie nachhaltig diese Aussage ist, bleibt jedoch offen. Und genau das sorgt für Unsicherheiten und Spannungen am Ölmarkt, weshalb es in den letzten Tagen immer wieder zu leichten Preisanstiegen kam. Dennoch liegen die Ölpreise weiter deutlich unter dem Niveau zum Konflikt-Höhepunkt.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Nachdem es am Wochenende zu US-Angriffen auf iranische Stellungen kam, stiegen die Ölpreise kurzzeitig etwas an, auch wenn der schlimmste Preisdruck bereits verflogen ist. Damit bleiben aktuell leichte Preisanstiege bei Heizöl in der Bundesrepublik, mit +1,00 Euro pro 100 Liter gegenüber Freitagnachmittag und +1,67 Euro zum Montag der Vorwoche. Dennoch sanken die Preise im Lauf des Juni moderat, weshalb im Vergleich zu Ende Mai durchschnittliche Abschläge von -4,96 Euro verzeichnet werden.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung zeigt erneut deutlich, wie stark die Preisschwankungen der letzten Monate waren. Verglichen mit Ende März, mit zur Hoch-Zeit des Iran-USA-Konflikts, zahlen Abnehmer von Heizöl heute -34,34 Euro weniger. Dennoch sind die aktuellen Preise deutlich höher als in den letzten Jahren: So zahlen Heizölkäufer heute durchschnittlich +23,78 Euro mehr als Ende Juni 2025, und +12,31 Euro mehr als Mitte 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran-USA-Spannungen setzen sich fort
Auch wenn der eigentliche Konflikt mit einem vorläufigen Friedensvertrag eigentlich beendet sein sollte, gibt es immernoch Spannungen zwischen den beiden Seiten, die erst am Wochenende in Angriffen ausuferten. Die Unsicherheit zu einem „echten Frieden“ bleibt.
– Ukrainische Angriffe schwächen russische Treibstoffversorgung
Die Angriffe der Ukraine gegen russische Ölanlagen sorgen mittlerweile für erhebliche Engpässe bei Benzin und anderen Kraftstoffen. Auch internationale Exporte sind davon betroffen, was das Angebot am Weltmarkt einschränkt und Preisanstiege stützt.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen zu
Mit der Öffnung der Straße von Hormus setzen die Länder aus dem Nahen Osten wieder verstärkt auf die Seeroute für ihre Ölexporte. Damit steigt das Ölangebot insbesondere im asiatischen Raum. Wie sich dies inmitten der aktuellen Spannungen weiter entwickelt, muss abgewartet werden.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 29.06.2026

Nachdem die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsstraßen und zentrale See-Exportroute aus dem Nahen Osten, wieder geöffnet ist, sanken die Ölpreise an den Börsen und Märkten in den letzten zwei Wochen rapide ab. Doch noch ist nicht alles perfekt. So meldete ein Containerschiff unter der Flagge von Singapur, es sei von einem Geschoss getroffen worden, während es auf dem Weg durch die Meerenge südlich des Iran unterwegs war. Wer geschossen hat, ist bislang unbekannt und wird derzeit geprüft.
Container-Schiff auf Nahost-Seeroute von Geschoss getroffen
Das Containerschiff Ever Lovely wurde heutigen Meldungen zufolge von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen, als es auf einer freigegebenen Spur durch die Wasserstraße unterwegs war. Meldungen der Crew zufolge war das Schiff zum zeitpunkt des Ereignisses nahe der Küste des Oman innerhalb der Straße von Hormus unterwegs. Es kam zur leichten Schäden nahe den Fenstern der Brücke, Crew, Fracht und sonstige Anlagen blieben unversehrt und das Schiff ist weiterhin seetauglich.
Woher das Geschoss kam und durch wen es abgefeuert wurde, ist aktuell unbekannt. Beamten des Weißen Hauses der USA zufolge wird bereits untersucht, wer das Geschoss abgefeuert hat und warum. US-Präsident Donald Trump erklärte in diesem Zusammenhang erneut, dass die Straße von Hormus offen sei, während die Weltschifffahrtsorganisation IMO im direkten Gegenzug die Evakuierungspläne durch die Straße von Hormus vorerst pausieren ließ, bis wieder volle Sicherheit gewährleistet werden kann.
Zusätzliche Unsicherheiten gaben die Aussagen des Iran, die kurz nach bekanntwerden des Angriffes gemeldet wurden. So erklärte die iranische Behörde PGSA, die für die Sicherheit der Meerenge durch den Iran ins Leben gerufen wurde, dass nur iranisch-vorgeschriebene Routen als sicher zählen würden und außerhalb davon keine Sicherheitsgarantien oder sonstige Verpflichtungen für die Behörde bestehen würden. Die daraus entstandenen Unsicherheiten rund um die Sicherheit der Durchfahrt in der Straße von Hormus ließen die Preise am Ölmarkt am Donnerstagabend etwas ansteigen.
Heizölpreise steigen leicht an
Die Anspannungen rund um die See-Exporte der Straße von Hormus nehmen wieder etwas zu, auch wenn sie noch lange nicht kritisch ausfallen. Entsprechend vorsichtig und zurückhaltend fallen die Reaktionen am Ölmarkt aus. Dennoch müssen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl heute wieder mit leichten Preisaufschlägen rechnen. Diese werden heute mit +1,05 bis +1,65 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet.
