
München (ots) –Die Kraftstoffpreise sind seit der vergangenen Woche erneut gestiegen. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kletterte der Preis für einen Liter Super E10 binnen Wochenfrist um einen Cent, Diesel verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 0,3 Cent. Damit kostet Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 1,743 Euro, der Liter Diesel 1,687 Euro.
Der Ölpreis als wesentliche Einflussgröße auf die Preise an den Zapfsäulen hat sich zuletzt ebenfalls erhöht. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostet aktuell 65 US-Dollar. Der Euro ist im Vergleich zum US-Dollar etwas schwächer als in der Vorwoche, dadurch wird der Kauf von Rohöl teurer, das auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird. Dies führt indirekt ebenfalls zu höheren Kraftstoffpreisen.

Kraftstoffpreise im Wochenvergleich in Euro/100 Liter
Der ADAC empfiehlt, möglichst abends zu tanken, dann sind die Kraftstoffpreise im Schnitt rund 13 Cent je Liter niedriger als morgens. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/
Bildquelle: ADAC e.V.

Nach enormen Preisanstiegen gestern, weiterhin gestützt durch sehr chaotische, weltpolitische Entwicklungen, beruhigten sich die Kurse an den Börsen am frühen Morgen wieder etwas. Dennoch handeln die Märkte für Ölprodukte auf einem Monatshoch, bei den Rohölmärkten sogar auf Höchstwerten seit Oktober. Treiber für die hohen Preise sind weiterhin die weltpolitischen Verwerfungen. Die anhaltenden Angriffe auf Öltanker im Schwarzen Meer sorgen dabei immer wieder für Sorgen.
Treffer auf mehrere Nicht-russische Frachter im Schwarzen Meer
Drei griechische Öltanker wurden am Dienstag im Schwarzen Meer von bisher unbekannten Drohnen getroffen. Verschiedenen Quellen zufolge sollten die Schiffe kasachisches Öl am russischen Hafen von Noworossijsk laden. Die kasachische Ware wird hierfür über die sogenannte „CPC“-Pipeline an den entsprechenden Hafen am Schwarzen Meer gebracht, da dies die nächste Verladestelle mit Schiffszugang zum weltweiten Export darstellt.
Zur Verladung soll es bei den drei getroffenen Schiffen jedoch nicht gekommen sein. Ein Vertreter für eines der getroffenen Schiffe, die „Matilda“, meldete, dass das Schiff in Warteposition auf Verladefreigaben fast 50km vor der Küste wartete bevor die Schiffe von Kampfdrohnen getroffen wurde. Die anderen beiden Frachter waren in mehr oder minder direkter Nähe. Die „Matilda“ erlitt nur leichte Schäden und verlässt aktuell das Gefahrengebiet, auch die Crew blieb unverletzt. Zu den Schäden an den beiden anderen Tankern gibt es bisher kaum Informationen.
Gefahrenzuschläge und Exportunsicherheiten
Der wahrscheinlich kritischste Punkt an diesen Angriffen ist, dass die getroffenen Schiffe kein Teil der russischen Schattenflotte sind sondern aus Griechenland ausgesendet wurden und vermutlich ohne Waren zurückkommen werden. Kasachstan ist der zweitgrößte Exporteur für in Europa genutztes Rohöl, Angriffe auf die dafür wichtigste Seeroute sorgen dementsprechend für Unsicherheiten. Deshalb steigen Versicherungskosten und Gefahrenzuschläge auf Transporten dieser Route, was den Preis an den Ölbörsen, und damit auch beim Endkunden, nach oben treibt.
Heizölpreise steigen weiter an
Die weltpolitischen Verwerfungen scheinen so bald nicht aufzuhören und sorgen deshalb weiterhin für steigende Ölpreise, was sich direkt auf die Kosten bei Heizöl und anderen Ölprodukten abzeichnet. Aktuellen Einschätzungen zufolge müssen Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik, beim Kauf von Heizöl heute mit moderaten Aufschlägen in Höhe von +0,80 bis +1,20 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern rechnen.

Seit letzter Woche haben die börsengehandelten Rohölpreise deutlich zugelegt und ziehen damit auch die Heizölpreise im Inland ein gutes Stück nach oben. Grund für den Preisanstieg sind die Unruhen im Iran, die sich mehr und mehr auch auf die Sicherheit am Ölmarkt auswirken.
Ölmarkt reagiert beunruhigt auf Eskalation im Iran
Der Iran ist Mitglied der OPEC+ und trotz zahlreicher Sanktionen der USA immer noch in den Top 20 der größten Ölproduzenten der Welt. Entsprechend unruhig wird man am Ölmarkt, wenn die politische Lage im Land zu eskalieren droht und – wie aktuell – die USA mit Einmischung drohen.
Dabei sind die Gefahren vielfältig: So könnten Angriffe auf die iranischen Ölanlagen für Produktionsausfälle sorgen. Zudem hat der Iran die Option, seine Infrastruktur als Druckmittel einzusetzen, denn Teheran kontrolliert die Meerenge von Hormuz, durch die täglich etwa 20% des täglichen Bedarfs an Öl und Ölprodukten fließt. Jede Unterbrechung hätte sofort spürbare Auswirkungen auf der ganzen Welt.
USA erheben Strafzölle für Iranische Handelspartner
Ein Angriff der USA steht nach wie vor im Raum, heute soll im Weißen Haus darüber beraten werden. Aktuell verfolgt Washington aber erst einmal eine andere Strategie: So sollen ab heute alle Handelspartner des Iran 25 % Aufschlag für Einfuhren in die USA bezahlen. Treffen würde das vor allem China, das bislang Hauptabnehmer iranischen Öls ist.
US-Militärintervention nicht vom Tisch
Die Lage bleibt angespannt, zumal die iranische Regierung weiter gnadenlos gegen die Bevölkerung vorgeht, die seit Tagen für ein Ende des Mullah-Regimes demonstriert. Trump hatte wiederholt angekündigt, die Demonstrierenden zu unterstützen und Teheran in diesem Zusammenhang auch mit militärischer Intervention gedroht.
Inlandspreise steigen mit Ölbörsen
Mit der zunehmend angespannten Risikolage legen die Ölpreise und mit ihnen auch die Inlandspreise zu. Im Vergleich zu den letzten Tagen fallen die Preisaufschläge heute allerdings wieder etwas geringer aus. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen heute +0,70 bis +1,10 Euro/100l im Vergleich zu Montagmorgen.

Zu Beginn der zweiten Jahreswoche sind die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik sowohl im direkten Vortagesvergleich als auch mit Blick zur vergangenen Woche nur minimal verändert. Die aktuelle weltpolitische Lage sorgt tageweise für relativ deutliche Schwankungen bei den Preisen, die sich am Markt jedoch genauso schnell wieder ausgleichen. Dennoch ist Heizöl aktuell weit günstiger als in den vergangenen Jahren im Januar, da eine mittelfristige Überversorgung am Markt den Ölpreis unten hält.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die durchschnittlichen Heizölpreise sind am Montag dem 12. Januar minimal niedriger als am vergangenen Freitag. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise ebenfalls auch nur knapp teurer. Jedoch ist die Volatilität, also die tatsächlichen Schwankungen im Ölpreis, Tag für Tag sehr deutlich und aufgrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen auch weiterhin schwer einzuschätzen. Im Vergleich zur Dezembermitte ist Heizöl aktuell +2,68 Euro teurer.
Langfristige Preisentwicklung
Mit Blick auf die vergangene Herbstsaison zahlen Heizölabnehmer aktuell fast den selben Preis wie noch Mitte Oktober. Wirklich auffällig wird die längerfristige Preisentwicklung erst, wenn man auf die Kosten aus 2025 und weiter zurück auf 2024 schaut. So zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell ganze -15,52 Euro weniger, was einer Preisreduktion von -15 Prozent im Vergleich zu vor einem Jahr gleich kommt. Und auch mit Blick auf den Jahresbeginn 2024 zahlen Käufer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell -10,98 Euro weniger.

Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Auch wenn es immer wieder Näherungsversuche und Gespräche zu Friedensvereinbarungen zwischen den Ländern gibt, geht der Konflikt trotzdem weiter. Regelmäßige Angriffe auf russische Öltransporte und Bohrplattformen setzen dabei die Exporte des Landes unter Druck.
– Neue US-Sanktionen gegen Russland
Nach mehreren Monaten Wartezeit wurde ein neues Sanktionsgesetz der USA angestoßen, welches härtere Strafen gegen Kunden von russischem Öl erlauben soll. Wann es veröffentlicht wird und wie genau das Ausmaß der Strafen aussieht, ist noch unklar.
– USA droht dem Iran
Die Demonstrationen im Iran laufen weiter, auch die Gewalt der Regierung und Polizei gegen Protestierende nimmt zu. Die USA beobachtet die Entwicklung der Konflikte und droht mit Angriffen, sollten die demonstrierenden stärker unterdrückt werden.
– Venezuela im Griff der USA
Aktuell haben die Angriffe gegen Venezuela nachgelassen, dennoch bestimmt die USA mit strammem Griff die Ölproduktion des Landes und schränkt die landeseigenen Exporte ein. Jedoch…
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– USA plant Investitionen in Venezuela
Die USA will venezolanisches Öl zwar genauer kontrollieren und für sich nutzen, dafür sollen aber auch erhebliche Investitionen in die Ölproduktion des lateinamerikanischen Landes gesteckt werden. Welche Ausmaße das annehmen soll, und wie stark die Ölproduktion dadurch steigen könnte, ist noch nicht bekannt.
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Die Überversorgung, trotz der aktuellen Export- und Produktionseinschränkungen in Russland und Venezuela bleiben weiterhin zentral treibende Kraft in der Ölpreisentwicklung.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 12.01.2026

Nachdem die Märkte am Donnerstagmorgen noch eher ruhig wirkten, ist der metaphorische Sack am Mittag komplett geplatzt. Meldungen aus den USA, Russland und dem Nahen Osten kamen Schlag auf Schlag und sorgten für erhebliche Unruhen bei den Marktteilnehmern, was an den Ölbörsen erhebliche Preisanstiege verursachte.
USA signalisiert längerfristigen Einsatz in Venezuela
Seit dem Angriff der USA auf Venezuela und dessen Regierung, kommen regelmäßig Fragen auf, wie sehr sich die USA in Südamerika noch einmischen und integrieren will, In einem Interview bestätigte der US-Präsident, dass der Einsatz vermutlich noch einige Jahre dauern wird und „nur die Zeit zeigen wird“ wie lange die USA Aufsicht über Venezuela und dessen Ölvorkommen halten wird. Das sorgt für Unsicherheit bei einst venezolanischen Kunden, insbesondere China zeigt sich hier zurzeit sehr unzufrieden und sucht neue Handelspartner außerhalb von Südamerika.
Tankerangriffe und neue Russland-Sanktionen
Gestern wurde ein Angriff auf einen russischen Tanker im Schwarzen Meer nahe der türkischen Küste gemeldet. Was einst als „sichere“ Route für Schiffe mit sanktioniertem, russischen Öl zählte, wird damit immer unsicherer. Wer genau den Angriff gestartet hat ist aktuell noch unklar, auch wenn vielerorts von einem Angriff der Ukraine ausgegangen wird. Sollte das stimmen, wäre es schon der fünfte Angriff auf russische Öltanker im Schwarzen Meer durch die Ukraine seit November 2025.
Zusätzlich wurde gestern ein neuer Gesetzesentwurf der USA für Sanktionen gegen Russland weitergebracht. „Dieses Gesetz wird es Präsident Trump ermöglichen, jene Länder zu bestrafen, die billiges russisches Öl kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben“, so der hinter dem Gesetz federführende Senator. Die notwendigen, parteiübergreifenden Abstimmungen, um das Gesetz zu festigen bevor es vollständig ausgearbeitet und durchgeführt wird, sollen nächste Woche stattfinden.
Proteste im Iran eskalieren weiter
Seit über einer Woche kommt es im Iran zu Protesten und Demonstrationen gegen das aktuelle Regime und allgemeine Lebensbedingungen im Land. Die Landesregierung wehrt sich teils unter schwerer Gewalt und wird dadurch auch vom US-Präsidenten stark angefeindet und unter Druck gesetzt, er droht sogar mit Angriffen gegen den Iran. An den Ölmärkten sorgen diese Unruhen derzeit für stärkere Preise, da Sorgen um die Ölproduktion und Exporte im Nahen Osten immer stärker werden.
Heizöl teurer
Da die weltpolitischen Unruhen vielerorts für Unsicherheiten sorgen und zeitgleich die Kältewelle in Deutschland einige Leute wohl doch unerwarteter getroffen hat als erwartet, kommt es bei den Heizölpreisen heute zu spürbaren Erhöhungen. Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik müssen heute deshalb mit durchschnittlichen Preisaufschlägen in Höhe von etwa +1,30 bis +1,70 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.

Die Ölwelt blickt aktuell vor allem auf Venezuela, da die US-Bestrebungen nach mehr Kontrolle die globalen Ölmärkte nachhaltig verändern könnten. Darüber geraten andere wichtige Marktfaktoren, wie etwa die wöchentlichen Bestandsmeldungen aus den USA, etwas ins Hintertreffen. So hatten die gestrigen Daten des US-Energieministeriums (DOE) nur wenig Einfluss auf die Ölbörsen, was aber auch an den gemischten Impulsen lag, die die Bestandsdaten lieferten.
Rohölbestände in den USA gesunken
Das DOE meldete für die Silvesterwoche einen Rückgang der amerikanischen Rohölbestände um -3,8 Millionen Barrel (à 159 Liter). Schätzungen hatten im Vorfeld gerade mal mit einem Drittel dieses Abbaus gerechnet. Wenn die Vorräte eines derart großen Ölverbrauchers wie den USA so deutlich sinken, entsteht ein preissteigernder Impuls an den Börsen, da der Rückgang auf eine Versorgungsknappheit hindeuten kann.
Zentrallager meldet aber Aufbauten
Dies wäre in der aktuellen Marktlage allerdings tatsächlich erstaunlich, denn weltweit ist der Ölmarkt zur Zeit eigentlich eher überversorgt. Und auch das lässt sich aus den aktuellen DOE-Daten herauslesen, denn die Vorräte im riesigen Zentrallager der USA in Cushing (Oklahoma) sind in der Berichtswoche nicht etwa gesunken, sondern um +700.000 Barrel gestiegen.
Raffinerienachfrage begünstigt Rohölabbauten
Der Rückgang bei den Gesamt-Rohölbeständen erklärt sich eher durch die robuste Raffinerienachfrage, denn wie schon in der Vorwoche lag die Auslastung aller amerikanischen Verarbeitungsanlagen bei saisonal sehr starken 94,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag sie nur bei 93,3 Prozent. Je höher die Raffinerieverarbeitung, desto mehr Rohöl wird gebraucht.
Produktvorräte schwellen an – Nachfrage bleibt schwach
Die starke Raffinerieverarbeitung hat in der Berichtswoche zudem dazu geführt, dass die Vorräte an wichtigen Produkten wie Benzin und Destillaten stark angeschwollen sind (+7,7 Mio. Barrel und +5,6 Mio. Barrel). Die Nachfrage nach diesen Produkten bleibt in den USA aktuell aber hinter den Erwartungen zurück und sendet somit – gemeinsam mit den starken Aufbauten – einen eher preissenkenden Impuls an den Markt.
Anleger reagieren gelassen auf widersprüchliche Impulse
Die US-Bestandsdaten des DOE für die Silvesterwoche waren dieses Mal also eher eine gemischte Tüte. Während die Rohölabbauten tendenziell für steigende Preise sprachen, sorgten die Aufbauten bei den Produkten bei gleichzeitig sinkender Inlandsnachfrage eher für einen preissenkenden Impuls. An den Ölbörsen fiel die Reaktion damit gestern größtenteils verhalten aus.
Rohölbörsen geben weiter nach
Dennoch gaben die börsengehandelten Rohölpreise gestern im Laufe des Tages weiter nach, was allerdings eher an der Situation in Venezuela lag. Hier scheint alles darauf hinzudeuten, dass die USA die Kontrolle über die Ölwirtschaft anstreben und damit über kurz oder lang noch mehr Öl auf den ohnehin schon überversorgten Markt gelangen dürfte.
Heizölpreise tendenziell etwas günstiger
Bei den Inlandspreisen im Bundesgebiet ergeben sich damit im Vergleich zu gestern Vormittag zumindest leichte Preisabschläge. Je nach Region zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher damit zwischen +0,15 bis -0,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwoch.

Die aktuelle Unsicherheit der Anleger an den Ölmärkten wurde zum Start in den Mittwoch mal wieder deutlich. Nachdem der US-Präsident im Verlauf des gestrigen Nachmittags eine Reihe Meldungen und Andeutungen machte, dass die USA doch stärker und vor allem schneller bei venezolanischem Öl zugreifen will, sorgte das über den Abend hinweg für einen spürbaren Preisrutsch an den internationalen Rohölmärkten und Börsen.
USA drängen auf Kontrolle der venezolanischen Ölindustrie
Kurz nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten am vergangenen Wochenende wurde schnell klar, dass der US-Präsident einen sehr begierigen Blick auf die Ölreserven Venezuelas wirft. Eigenen Aussagen zufolge soll Präsident Trump bereits vor dem Angriff in Venezuela mit einigen US-Ölkonzernen gesprochen und Pläne angedeutet haben. Auch über die kommenden Wochen hinweg stehen weitere Gespräche mit Vertretern der nordamerikanischen Ölindustrie an, um Investitionen und Erweiterungen der venezolanischen Ölproduktion zu besprechen.
Parallel dazu forderte der Präsident der Vereinigten Staaten die Regierung in Venezuela dazu auf, ihre Handelsbeziehungen und insbesondere Partnerschaften in der Ölindustrie mit China, Russland, dem Iran und Kuba zu reduzieren, vielleicht sogar komplett zu unterbrechen. Der US-Präsident betont zwar immer wieder, keine militärische Kontrolle über Venezuela anzustreben, man will dennoch eine führende Rolle in der Gestaltung der Zukunft des Landes übernehmen – finanziert vor allem durch Öleinnahmen aus venezolanischen Ressourcen.
Öl-Offensive der USA setzt den internationalen Markt unter Druck
Gestern Abend drängte der US-Präsident dann darauf, dass Venezuela in den nächsten Wochen bis zu 50 Millionen Barrel Rohöl an die USA abtreten soll, wo das Öl dann verkauft und die Einnahmen unter der Kontrolle von Präsident Trump zum Wohl beider Länder genutzt werden sollen. Diese Ankündigung sorgte für einen erheblichen Preisrutsch an den weltweiten Ölbörsen, da die bereits drohende Überversorgung der Märkte damit, wenn auch nur zeitweise, verschärft werden könnte.
Auch aus Kanada kamen Sorgen auf. Das Land exportiert jedes Jahr knapp 80% des produzierten Rohöls in die USA und fürchtet, aufgrund längerer Transportwege als Venezuela, auf einigen Exportrouten zu den Vereinigten Staaten nicht länger Konkurrenzfähig bleiben zu können. Deshalb sollen neue Pipelines nach Westkanada schneller gefördert und gebaut werden, um mögliche Exporte nach Asien, insbesondere China, rechtzeitig auszubauen. Noch sind diese Pläne jedoch reine Theorie, da die dazu notwendigen Freigaben noch fehlen.
Heizöl erheblich günstiger
Was an den Ölbörsen für erhebliche Sorgen vor einer noch stärkeren Überversorgung der Märkte sorgt, bringt den Abnehmerinnen und Abnehmern von Öl und Ölprodukten günstigere Preise. Dementsprechend werden heute für Heizöl im Bundesgebiet, im Vergleich zu Dienstagvormittag, satte Preisabschläge von durchschnittlich -1,60 bis -2,00 Euro pro 100 Liter erwartet.

Während die Ölbörsen am Vortag in relativer Unsicherheit handelten, geprägt von erst moderat sinkenden und dann deutlicher steigenden Preisen, ist zum Dienstagmorgen wieder eine allgemeine „Entspannung“ an den Markt gekommen. Die Preise sinken wieder leicht, die Unruhe durch die Aktionen rund um Venezuela legt sich wieder etwas. Und ein allgemein erwartetes Bild der letzten Monate zeichnet sich dadurch ebenfalls weiter ab – Die Märkte rechnen auf globaler Ebene weiterhin mit sinkenden Rohölpreisen.
Überversorgung übertrifft Krisenherde
Die erwartete Überversorgung bleibt dabei nach wie vor der Dreh- und Angelpunkt der Debatte. Weltweit wird vielerorts deutlich mehr Erdöl produziert, insbesondere in Afrika, Südamerika und den USA. Zwar stieg zur selben Zeit auch der globale Bedarf nach Öl an, jedoch in einem sehr viel niedrigeren Maß als die Produktion. Eine Überproduktion ist die Folge. Und um am Markt überleben zu können, sehen sich die Ölproduzenten dazu gezwungen, die Preise zu senken um ihre Ware los zu werden.
Auch die internationalen Konflikte, welche mancherorts die Ölproduktion beeinflussen, werden von der bereits existierenden Überversorgung des Ölmarkts überschattet. So sorgen wiederholte Angriffe auf russische Infrastrukturen für Produktions- und Exportrückgänge in Russland, auch Kasachstan war zeitweise betroffen. Die Exportblockaden vor Venezuela seit Mitte Dezember sorgten ebenfalls dafür, dass die Ölförderung abgebremst werden musste um die Lager nicht komplett zu überfluten.
Experten erwarten sinkende Rohölpreise für 2026
Einer Umfrage mit 34 Experten zufolge wurden die bereits niedrigeren Preisprognosen für 2026 nochmals gesenkt. Die befragten Analysten erwarten aktuell einen durchschnittlichen Rohölpreis des in Europa handelsüblichen „Referenz-Öls“ Brent für 2026 von 61,27 Dollar. Der aktuell tatsächliche Preis liegt leicht schwankend bei etwa 61,80 Dollar. Anfang letztes Jahr wurde in einer ähnlichen Umfrage für 2025 mit 74,33 Dollar gerechnet.
Dabei sind die Prognosen der allgemeinen Analysten oft noch deutlich höher als die der amerikanischen Agenturen. Eine der zentralen Gruppen in Ölmarkt-Analytik und Verfolgung der Ölbestände ist die amerikanische EIA. Diese meldete vergangenen Dezember eine erwartete Preisprognose für den Durchschnittspreis von Brent-Öl im Jahr 2026 von nur 55,08 Dollar. Sowohl bei den Experten, als auch bei der EIA wurden die aktuellen Zwischenfälle in Venezuela noch nicht in den Preiserwartungen eingerechnet.
Heizöl etwas teurer
Die aktuellen, globalen Entwicklungen sorgten am Vortag an den großen Börsen für leichte Unsicherheiten am Markt, während der Winter in Deutschland aktuell mild genug läuft, um bei Bedarf genug Heizöl anbieten zu können. Daher sind für den Dienstag durchschnittlich nur leichte Preisanstiege zu erwarten, durch welche die Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet heute Vormittag durchschnittlich etwa +0,15 bis +0,50 Euro pro 100 Liter mehr zahlen.

Zu Beginn des neuen Jahres gab es in der kurzfristigen Entwicklung der Heizölpreise leichte Schwankungen mit moderaten Verteuerungen im Vergleich zum Vorjahresschluss. Dennoch bleiben die Preise insgesamt weiterhin in enger Spanne. Die weltpolitischen Unruhen haben dabei aktuell nur geringfügige Auswirkungen, da im neuen Jahr weiterhin eine globale Überversorgung mit Rohöl erwartet wird, welche Prognosen zufolge die schwächere Rohölproduktionen und Exporte aus Russland und Venezuela gut abfedern kann.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Zum Start der ersten Januarwoche sind die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland nahezu identisch zum Ende der Vorwoche geblieben mit nur -0,04 Euro Unterschied. Vergleichen wir die heutigen Daten mit den letzten Dezembertagen, zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell durchschnittlich etwa +1,72 Euro mehr. Blicken wir etwas weiter zurück, kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell rund +0,57 Euro mehr als noch Anfang Dezember.
Langfristige Preisentwicklung
Verglichen mit dem frühen Herbst 2025 sind die Preise für Heizöl im Bundesgebiet etwas günstiger geworden, mit Abschlägen von durchschnittlich -0,73 Euro pro 100 Liter. Blicken wir stattdessen noch weiter zurück und setzen die heutigen Preise neben die vom Jahresbeginn 2025 und 2024, zahlen Heizöl-Abnehmer in Deutschland aktuell etwa -8,81 Euro weniger als vor einem Jahr, und ganze -10,72 Euro bzw. -10,7 Prozent weniger als Anfang 2024.
Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geht auch 2026 weiter. Die Ukraine verstärkte zuletzt ihre Angriffe auf russische Energiestrukturen und Raffinerien, was die inländische Versorgung und Exporte von Ölprodukten unter Druck setzt.
– Venezuela-Krise spitzt sich stark zu
Vergangenen Samstag griff die USA Venezuela an, nahm den Präsidenten fest und limitiert seitdem noch strenger die Handelswege des südamerikanischen Landes. Die Ölexporte aus Venezuela sind seitdem effektiv stillgelegt.
– USA droht dem Iran
Die Regierung im Iran versucht aktuell Demonstrationen im eigenen Land gewaltsam zu unterbinden. Die USA drohte daraufhin mit schweren Konsequenzen gegen den Iran. Diese könnten, bei möglichen Ausschreitungen, auch die globalen Ölexporte der Irans beeinflussen.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt für 2026 erwartet
Weiterhin zentraler Fokus des globalen Ölmarktes bleibt die erwartete Überversorgung mit Rohöl. Viele Länder arbeiten am Ausbau ihrer Ölproduktion, sodass die aktuellen Export- und Produktionsrückgänge einzelner Länder ohne größere Schwierigkeiten aufgefangen werden können.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 05.01.2026

Die internationalen Rohölbörsen haben 2025 den stärksten Jahresverlust seit dem Pandemiejahr 2020 verzeichnet. Konjunkturelle Unsicherheit, Handelskriege und vor allem die schnelle Angebotssteigerung der OPEC+, die im Frühjahr mit dem Abbau ihrer Förderkürzungen begonnen hat, sorgten für einen Rückgang von rund 20 Prozent bei der europäischen Referenzsorte Brent.
OPEC+ Förderpolitik bleibt wichtiger Einflussfaktor
Auch im neuen Jahr dürfte die Organisation erdölexportierender Länder das Zünglein an der Waage bleiben. Das mit 12 Kernländern und 11 Partnerländern insgesamt 23 Mitglieder zählende Bündnis (OPEC+) hatte in den letzten Jahren vor allem über immer umfangreichere Förderkürzungen versucht, die Ölpreise am Markt auf höherem Niveau zu stabilisieren.
Nachdem dies aber immer schwieriger wurde und für die meisten OPEC+ Mitglieder auch finanzielle Einbußen bedeutete, änderten die Förderländer im Frühjahr ihre Strategie und stellten die Rückgewinnung von Marktanteilen in den Vordergrund. Die OPEC+ steigerte ihre Fördermengen damit schrittweise innerhalb weniger Monate um mehr als 2,2 Millionen Barrel täglich.
Bündnis will Förderanhebungen erst einmal pausieren
Schon Anfang Dezember hatte die OPEC+ dann aber entschieden, mit diesen schrittweisen Angebotssteigerungen im ersten Quartal 2026 eine Pause einlegen zu wollen. Sie zollt damit der Tatsache Tribut, dass in diesem Jahr – vor allem in der ersten Jahreshälfte – mit einem sehr großen Angebotsüberschuss gerechnet wird. Denn während die Ölproduktion weltweit ansteigt (auch außerhalb der OPEC, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent), bleibt die Nachfrage weiter verhalten.
Monatliches Meeting am Sonntag
Am Sonntag steht das nächste Monatstreffen der OPEC+ an, die aktuell sehr regelmäßig zu virtuellen Sitzungen zusammentritt, um flexibel auf mögliche Marktveränderungen reagieren zu können. Sollte sie wider erwarten beschließen, doch keine Pause bei den Förderanhebungen einzulegen, könnte das die Ölpreise weiter unter Druck setzen. Eigentlich wird mit einer solchen Überraschung allerdings nicht gerechnet.
Heizöl zum Jahresbeginn teurer
Im Inland machen sich heute im Vergleich zu Silvester erst einmal spürbare Preisaufschläge bemerkbar. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen zum neuen Jahr für 100 Liter im Durchschnitt ca. +1,50 bis +1,70 Euro mehr bezahlen als am Mittwoch.
