Kurz vor den am Dienstag stattfindenden Zwischenwahlen in den USA gab es Meldungen auf geopolitischer Ebene, die für einiges an Durcheinander an den (Öl-)Börsen gesorgt haben. Ein kurzer, starker Preisrutsch konnte sich am Dienstagnachmittag nicht lange halten, sodass es nur zu einem kurzen Kursrutsch kam, der schnell wieder ausgeglichen wurde. Inmitten der abgeschlossenen US-Zwischenwahlen und geopolitischen Diskussionen bleibt die Lage an den Öl- und Energiebörsen damit weiterhin angespannt und unsicher.

Katar meldet Bewegung bei US-Iran-Verhandlungen
Am frühen Dienstagnachmittag machten unbestätigte Meldungen die Runde, dass die USA einem Entwurf einer Absichtserklärung zur Friedensfindung mit dem Iran zugestimmt habe. Auch wenn eine Bestätigung seitens der Vereinigten Staaten ausblieb, meldete auch Katar, dass es Bewegung bei den Verhandlungen gäbe und man wieder positiver gestimmt sei. Die Informanten erwarten eine Rückmeldung mit eventuellen Anpassungen innerhalb von zwei Tagen.

Die Reaktion auf die Meldung an den Börsen war kurz, aber stark, sodass die Rohölpreise für wenige Minuten um rund -4% abgestürzt sind. Knapp eine Halbe stunde später drehte sich der Kurs wieder, nachdem die Informationen auf Seiten der USA unbestätigt blieben, sodass das Kursminus bei Rohöl letztlich kaum mehr ins Gewicht fiel. Die Entwicklung zeigt jedoch deutlich, wie unsicher und volatil die Energiemärkte zurzeit sind, und wie schnell Informationen die Börsen beeinflussen können.

Demokraten gewinnen Mehrheit im Senat bei US-Zwischenwahlen
In der Nacht zum Dienstag fanden die US-Zwischenwahlen statt, bei denen das Repräsentantenhaus und ein großer Teil des US-Senats gewählt werden. Während noch nicht alle Stimmzettel endgültig ausgezählt wurden, zeigen die Vorabschätzungen, dass die Demokraten in allen Bereichen gegen die Republikaner und damit die Partei des aktuellen US-Präsidenten gewonnen haben.

Bei entsprechender Bestätigung der Ergebnisse im Tagesverlauf und nach allen Anpassungen auf Regierungsseite, dürfte es dem US-Präsidenten damit deutlich schwerer fallen, seine zuletzt sehr erratische, hektische Politik durchzuführen, die unter der republikanischen Senatsführung teils deutlich schneller freigegeben wurde, als es unter der demokratischen Seite möglich wäre.

Heizöl etwas günstiger erwartet
Inmitten der eher starken Volatilität am Ölmarkt gestern, kam es insgesamt dennoch zu leichten Kursverlusten bei den Rohöl- und Ölproduktbörsen. In direkter Folge wird heute Vormittag mit leichten Preisnachlässen beim Heizölpreis in der Bundesrepublik gerechnet. Aktuellen Vorhersagen zufolge dürften Heizölkäufer dadurch von Preisabschlägen über -1,00 bis -1,60 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen. Diese Zahlen sind wie gewohnt jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich im volatilen Marktumfeld jederzeit wieder ändern.

München (ots) – Nach Höchstwerten im September sind die Preise für Benzin und Diesel im Oktober wieder gefallen: Ein Liter Super E10 kostete im Durchschnitt 2,114 Euro und vergünstigte sich damit gegenüber dem Vormonat um rund 15,2 Cent. Der Preis für Diesel fiel um 12,5 Cent und lag damit im Monatsmittel bei 2,261 Euro. Wesentlicher Grund für den deutlichen Rückgang ist der zum 1. Oktober eingeführte und bis Ende des Jahres geltende Tankrabatt.

 

Am teuersten war Super E10 im vergangenen Monat am 13.10. mit 2,151 Euro. Bei Diesel lag der Höchstpreis am 27.10. bei 2,289 Euro. Am günstigsten war das Super-Tanken am 30.10. mit 2,068 Euro je Liter. Diesel war am 7.10. mit 2,226 Euro je Liter am günstigsten.

 

Der Monatsrückblick zeigt aus Sicht des ADAC, dass der Tankrabatt von rechnerisch rund 17 Cent je Liter zumindest bei Benzin zum Großteil an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde. Anders sieht es beim Diesel aus: Hier ist die Entlastung durch die Steuersenkung nur teilweise angekommen. Der Club fordert daher die konsequente Weitergabe des Tankrabatts.

Trotz dieser vorübergehenden Entlastung bleibt das Preisniveau aus Sicht des ADAC zu hoch und nicht vollständig nachvollziehbar.

 

Tankrabatt bringt im Oktober leichte Entspannung an den Zapfsäulen

Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC
Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

 

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell

Quelle: https://www.presseportal.de/ Bildquelle: ADAC e.V.

Das hin und her der Diplomatie-Versuche rund um den Nahen Osten und im Russland-Ukraine-Krieg setzt sich auch diese Woche weiter fort und hält die Kurse an den Ölbörsen entsprechend angespannt. Dabei kam es am Wochenende zu deutlichen Preisrückgängen, nachdem die USA Angriffe auf den Iran möglicherweise weiter verzögern will, die allgemeine Unsicherheit bleibt jedoch bestehen und zeigt sich in Form von teils deutlichen Schwankungen der Kurse an den Ölmärkten und beim Heizölpreis in Deutschland.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Aus Gesprächen mit dem US-Präsidenten sickerte am Wochenende durch, dass weitere Angriffe gegen den Iran vorerst zurückgehalten werden sollen, und stattdessen diplomatische Lösungen priorisiert werden sollen. Die Meldung sorgte am frühen Montag für deutliche Preisrückgänge bei Heizöl, weshalb Heizöl in der Bundesrepublik pro 100 Liter aktuell durchschnittlich -4,15 Euro weniger kostet als vergangenen Freitag und -5,41 Euro weniger als vor einer Woche. Verglichen mit Anfang Oktober ist der durchschnittliche Kaufpreis aktuell dennoch +3,40 Euro höher als vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisentwicklungen zeigen die Auswirkungen des seit Ende Februar laufenden Konflikt im Nahen Osten auf die Ölpreise deutlich an. Aufgrund der anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten und Kriegssorgen kostet Heizöl in Deutschland aktuell durchschnittlich +35,86 Euro mehr als noch vor drei Monaten. Verglichen mit den Vorjahreswerten zahlen Abnehmer aktuell durchschnittlich +72,90 Euro mehr als vor einem Jahr, und +75,80 Euro mehr als Anfang November 2024.


Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Ukraine setzt Angriffe auf russische Ölanlagen fort
Am Wochenende kam es zu einem „massiven Drohnenangriff“ auf Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo in Russland. Dabei wurde eine der größten Ölraffinerien des Landes beschädigt. Genaue Angaben zu den Schäden und möglichen Produktionsausfällen sind derzeit nicht bekannt.

– Risikolage im Nahen Osten bleibt erhöht
In der vergangenen Woche kam es weiterhin zu Angriffen auf Schiffe innerhalb der Straße von Hormus, bei denen wiederholt Frachter, unter anderem Öltanker, von Projektilen getroffen und teils beschädigt wurden. Die Lage bleibt angespannt , Öltransporte in der Region sind weiterhin von hohen Risikoaufschlägen betroffen.

Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– USA will Diplomatie mit Iran noch Zeit geben
Ursprünglich hieß es aus Kreisen des Weissen Haus, dass endgültige Entscheidungen und eventuelle Angriffe gegen den Iran nach den Midterms am 3. November wieder hochgefahren werden sollen. Aktuellen Meldungen zufolge will Trump jetzt jedoch etwas zurückhaltender bleiben und auf erneuerte diplomatische Pläne setzen. Details sind bislang unbekannt.

– Russlands Ölprodukt-Exporte nehmen nach Ende von US-Strafzöllen zu
Nachdem seitens der USA Mitte Oktober die Strafzölle gegen russisches Öl, dessen Produkte und den Import von ebenjenen Waren zeitweise abgestoppt wurde, stiegen die Exporte Russlands in der zweiten Oktoberhälfte deutlich an. Ob die Exporte inmitten anhaltender Angriffe der Ukraine so beibehalten werden können, ist derzeit unklar.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.11.2026

Die börsengehandelten Rohölpreise sind in dieser Woche geprägt von Volatilität. Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA, nach denen möglicherweise ein neuer Angriff auf den Iran geplant ist, überwiegt die Unsicherheit an den Ölmärkten, weshalb die Kurse stark schwanken. Insgesamt bleibt das Preisniveau – auch im Inland – deutlich erhöht.

 

Angst vor neuen Angriffen am Persischen Golf wächst
Zuletzt hatte es mehr und mehr Hinweise darauf gegeben, dass in Washington Vorbereitungen für eine neue, möglicherweise groß angelegte Angriffswelle mit israelischer Unterstützung laufen. Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt offen, doch am Ölmarkt preist man ein gewisses Risiko schon jetzt mit ein.

 

Denn die Folgen einer neuen militärischen Eskalation könnten weitreichend sein. Sollten etwa erneut Ölförderanlagen in den Anrainerstaaten am Persischen Golf beschädigt werden, würde dies die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen – und das, wo die Exportströme sich gerade wieder etwas normalisiert hatten.

 

Angebotslage bleibt knapp
Dabei bleibt die knappe Angebotssituation weltweit ein Problem, vor allem der Dieselmarkt ist weiterhin massiv unterversorgt. Für eine mögliche Entlastung sorgte hier gestern ein Bericht des Wall Street Journal, wonach die Ukraine auf Druck von Donald Trump ihre Angriffe auf russische Ölanlagen aussetzen will.  Wie dauerhaft dieses Arrangement ist, bleibt jedoch abzuwarten.

 

Heizölpreise heute wieder etwas höher
Die Heizölpreise bleiben ebenfalls auf erhöhtem Niveau. Heute müssen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet auf Preisaufschläge in Höhe von +0,05 bis +1,05 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern früh einstellen.

An den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen.

 

Katar vermittelt neuen Vorschlag
So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon seit Monaten als Vermittler zwischen den Kriegsparteien fungiert, offenbar schon am Sonntag einen Entwurf über ein neues Abkommen übermittelt, welches in Teheran aktuell geprüft wird. Es soll eine 7-Tage-Plan und „vertrauensbildende Maßnahmen“ enthalten. Konkreteres gab es bisher dazu nicht.

 

USA drängt auf Klärung der Atomfrage
Und auch die USA sind weiteren Gesprächen mit Teheran gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings machte der US-Vizepräsident J.D. Vance gestern in einem Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates nochmals klar, dass nur eine Einigung in der Atomfrage einen neuen US-Militärschlag abwenden könne.

 

Iran glaubt noch an Diplomatie
Irans Außenminister Abbas Aragtschi schrieb unterdessen in einem Beitrag auf der Kommunikationsplattform X, der Iran gebe der Diplomatie weiterhin eine Chance zum Erfolg. „Wir stehen weiterhin in engem und kontinuierlichem Kontakt mit Vermittlern, um Ideen zu prüfen, die die Umsetzung unseres 7-Tage-Plans […] gewährleisten können.“

 

Marktteilnehmer bleiben vorsichtig
An den Ölbörsen bleibt hingegen vor allem Verunsicherung spürbar. Die meisten Marktbeobachter rechnen auch weiterhin mit einem Militärschlag nach den US-Zwischenwahlen nächsten Dienstag und bleiben so lange in einer Abwartehaltung. Nachhaltige Preiskorrekturen nach unten erscheinen damit vor nächster Woche sehr unwahrscheinlich.

 

Inlandspreise in enger Spanne
Bei den Inlandspreisen ergeben sich heute im Vergleich zu gestern Vormittag immerhin leichte Abschläge im Bereich von
 -0,05 bis -1,05 Euro pro 100 Liter. Insgesamt bleibt der Heizölpreis im Bundesgebiet aber leider weiterhin auf hohem Niveau.

Berlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie: „Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren Transformation dringend verbessert werden.“

 

Die Kohlenwasserstoffwirtschaft bildet die Grundlage für 52 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr und 584.000 Beschäftigte. Mineralöl ist der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. „Heimische Raffinerien und Infrastrukturen sind für eine verlässliche Versorgung mit Energie und Grundstoffen unverzichtbar. Das zeigt sich gerade in der globalen Energiekrise“, so Küchen. Auch künftig werden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt: für die Luftfahrt, Teile des Straßenverkehrs sowie Industrien wie Chemie und Bauwirtschaft. Dazu kommt, dass flüssige Energieträger im Krisenfall und für die Verteidigung nicht zu ersetzen sind.

 

Küchen: „Die Sicherung und Modernisierung der Standorte sowie der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen zum Erreichen der Klimaziele erfordern Investitionen im Milliardenbereich. Doch Überregulierung, politische Unsicherheit und Markteingriffe in die Preisbildung oder ein nicht verlässliches Steuersystem schwächen den Standort Deutschland.“ Kapazitäten werden abgebaut, Investitionen erfolgen in anderen Ländern. Das bedroht perspektivisch die bislang sichere Versorgung. Küchen: „Nötig sind weniger Bürokratie, verlässliche und technologieneutrale Regeln, tragfähige Märkte und geringere Einstiegsrisiken für klimaschonende Technologien. Nur wettbewerbsfähige Standorte können die Transformation stemmen.“ Klimaschutz müsse stärker industriepolitisch gedacht werden.

 

 

Kontraproduktiv seien auch branchenspezifische Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierung und Pläne für eine sogenannte Übergewinnsteuer. „Schon die Diskussion verunsichert Investoren und erschwert die Mobilisierung des benötigten Kapitals.“ Stattdessen sei ein Maßnahmenpaket mit verlässlichen Geschäftsmodellen für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe und ein zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. „Einzelne Gesetzesanpassungen reichen nicht. Wir brauchen einen ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz, eine Kohlenwasserstoff-Agenda. Deshalb ist es gut, dass der Strategiedialog alle relevanten Ministerien sowie die Bundesländer und Gewerkschaften einbezieht“, so Küchen.

 

Pressekontakt:

Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff

en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
Georgenstraße 24
10117 Berlin

presse@en2x.de; www.en2x.de/presse

Original-Content von: en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V., übermittelt durch news aktuell

 

Die geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste Jahr mit einem angespannten Markt.

 

Keine schnelle Rückkehr zu Vorkriegsniveau
Der Vorsitzende der in Paris ansässigen Institution rechnet nicht damit, dass die Energiemärkte 2027 zu ihrem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zurückkehren werden. „Ich sehe leider keinen realistischen Weg, auf dem die Märkte im kommenden Jahr wieder das Niveau erreichen könnten, das sie vor Beginn dieses Krieges hatten“, sagte Birol am Montag auf einer Konferenz in Singapur.

 

„Die Ölpreise bewegen sich nahe der Marke von 120 Dollar je Barrel, und die Preise für Ölprodukte liegen sogar noch deutlich höher“, so der Ökonom. Für viele Länder habe ein solches Preisniveau erhebliche wirtschaftliche Folgen. Während einige europäische Länder damit noch zurecht kämen, belastete es in vielen Teilen der Welt die Handelsbilanz erheblich, fürchtet Birol.

 

Diesel-Markt bleibt extrem knapp
In Sachen Diesel-Versorgung hat der IEA-Chef aber auch für Europa keine besonders rosigen Aussichten. Der Winter könnte aus Sicht Birols schwierig werden. Wartungsarbeiten in Raffinerien weltweit, fehlende Gasexporte aus Russland, sowie die weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, der wichtige Lieferanten wie Katar und die VAE dazu zwinge, die Exportmengen zu drosseln, werde die Gasmärkte auch weiterhin erheblich unter Druck setzen.

 

Birol erwartet aufgrund der aktuellen Ölkrise eine gewisse Wiederbelebung der Kernenergie. Der jüngsten IEA-Erhebung zufolge befinden sich weltweit Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Gigawatt im Bau – so viele wie seit 40 Jahren nicht mehr.

 

Inlandspreise
Aufgrund der knappen Angebotslage bei Ölprodukten bleiben auch die Heizölpreise im Bundesgebiet auf grundsätzlich hohem Niveau. Heute sind die Preise im Vergleich zu gestern auch wieder gestiegen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zu Montag auf Aufschläge von ca. +3,10 bis +4,10 Euro pro 100 Liter einstellen müssen.

Der Markt fragt sich zu Beginn der neuen Handelswoche weiterhin, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bald erneut eskalieren wird, oder ob sich die beiden Parteien doch noch auf diplomatischem Wege auf ein Abkommen einigen können. Vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten am 3. November ist eine Militäroperation der USA allerdings eher unwahrscheinlich. So präsentieren sich auch die Heizölpreise zum Wochenstart im Vergleich zum Ende der vergangenen Woche etwas günstiger.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auf kurze Sicht wirkt die vorerst ausbleibende Eskalation zwischen den USA und dem Iran preissenkend aus. So kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich -0,87 € weniger als vergangenen Freitag. Gegenüber vergangenem Montag ist das Mitteldestillat allerdings angesichts der weiterhin bestehenden geopolitischen Unwägbarkeiten immer noch +3,25 Euro pro 100 Liter teurer. Auf Monatssicht ist der Heizölpreis sogar um +4,06 Euro gestiegen.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung zeigt unterdessen keine wirkliche Veränderung. Verglichen mit dem Preis von Ende Juli kosten 100 Liter Heizöl aktuell +33,71 Euro mehr. Beim Blick auf die Preisniveaus der entsprechenden Vorjahreszeitpunkte, zahlen Heizöl-Abnehmer aktuell +78,80 Euro mehr als vor einem Jahr, entsprechend einem Preiszuwachs von rund +84,3 %. Gegenüber Oktober 2024 kosten 100 Liter Heizöl aktuell +82,05 Euro mehr (+91,0 %).

  

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten Wochen hat der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus scharf angezogen. Dabei werden alle paar Tage Tanker oder andere Frachtschiffe in der Meerenge und Handelsstraße südlich des Iran beschädigt. Dies erschwert Ölexporte durch die Route im Zentrum des Nahen Ostens deutlich.

– Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Vor etwa 8 Tagen kündigte der US-Präsident eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe der Ukraine und Russland auf jeweilige Energieziele an. Nachdem Russland sich über mehrere Tage nicht daran gehalten hat, bestätigte die Ukraine, dass auch sie ihre Angriffe wieder hochfahren, und unterstrich dies mit neuen Schlägen gegen Raffinerien seit vergangenem Donnerstag.

Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Trump: Keine Eskalation im Iran vor US-Zwischenwahlen
US-Präsident Trump bekräftigte am Wochenende erneut, die USA würden vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten keine Militäroperation im Iran durchführen. Die Zwischenwahlen („Midterms“) finden am 3. November 2026 statt. Wie die Strategie der Trump-Administration in Sachen Iran danach aussieht, bleibt allerdings weiterhin ungewiss. 

– Russland lockert Diesel-Exportverbote
In den vergangenen Monaten fuhr Russland ein Exportverbot für Diesel infolge der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien hoch. Seit einem Lieferabkommen mit den USA von vor zwei Wochen lockerte Russland die Exportstopps und bringt wieder Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt.

– IEA-Staaten wollen 100 Mio. Barrel Erdöl und Produkte aus Reserven freigeben
Bei einer Besprechung der Internationalen Energieagentur gaben mehrere Mitgliedsstaaten bekannt, dass sie gemeinsam 100 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren jeweiligen, staatlichen Reserven preiswert auf den Markt bringen wollen, um die Energiepreisanstiege abzufangen. Wann die „zeitnahen“ Freigaben genau erfolgen sollen, ist noch unklar.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 19.10.2026

An den Ölmärkten bleiben weiterhin die Auseinandersetzungen im Nahen Osten im Fokus der Marktteilnehmer. Dabei meldete Saudi Arabien gestern neue, geplante Zusammenarbeiten mit nahen Ländern um Lagerplatz für Ölreserven und Exportmengen zu kaufen und aufzubauen. Gleichzeitig zieht das Land Mitarbeiter aus seinen Standorten zurück, wenn diese nicht zwingend für Arbeiten vor Ort gebraucht werden. Am markt bahnt sich damit eine gewisse Unruhe an, ob es bald zu schwerwiegenden Eskalationen im Nahen Osten rund um Saudi Arabien und den Iran kommen könnte.

Märkte besorgt vor Nahost-Evakuierungen – Zeichen für stärkere Eskalationen?
Bereits gestern zeigten sich die ersten Unsicherheiten zum Fortgang des Nahostkonflikts, als die USA damit anfing, nicht-kritische Mitarbeiter von ihren Anlagen und Behörden rund um Saudi Arabien zurückzuziehen und zu evakuieren. Gestern räumte auch die Saudi Aramco ihre Firmenzentrale und erklärte Mitarbeitern, dass diese ihre Arbeiten von Zuhause oder extern ausführen sollen, sofern dies auch nur irgendwie möglich sei. Die Firmengebäude des saudisch-staatlichen Energiekonzern Saudi Aramco wurden in den letzten Tagen häufiger zum Ziel von Angriffen der Huthi-Miliz.

Dennoch lösen die plötzlichen Evakuierungen Unsicherheiten aus, da sie ohne eine gezielte Angriffsdrohung geschahen und mehr als eine Woche nach den ersten Angriffen auf entsprechende Bürogebäude begonnen. Trader und Analysten fürchten, dass es sich um Anzeichen eines baldigen Angriffs der USA auf den Iran und vielleicht sogar die Huthi halten könnte. Sollte sich die Sorge bestätigen, müsste mit erheblichen Anpassungen in den Ölexporten rund um den Nahen Osten sowie erheblichen Gefahrenzuschlägen bei den Transporten gerechnet werden, was die Preise am Markt weiter in die Höhe treiben könnte.

Gleichzeitig muss bedacht werden, dass dies bislang nur Marktspekulationen sind. Die Stimmung in den USA zur Entwicklung des Nahostkonflikts steht jedoch auf wackeligen Beinen. So wird an einem Tag gesagt, dass man sich mit möglichen Angriffen und Verschärfungen des Konflikts, aber auch mit Friedensverhandlungen bis nach den Midterm-Wahlen am 3. November gedulden will. Gleichzeitig ist auch bekannt, wie unerwartet und spontan der US-Präsident in solchen Situationen reagieren kann. Auch diese Unsicherheit trägt zu den unruhigen Marktentwicklungen bei.

Sorgen und Ungewissheit treiben Heizölpreise hoch
Während noch nichts zu den kürzlichen Entwicklungen im Nahen Osten und insbesondere in Saudi Arabien sicher ist, bringt die Sorge vor Eskalationen einiges an Preisanstiegen mit sich. Dies betrifft auch die Kurse am deutschen Markt, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell mit Preisaufschlägen von +2,25 bis +3,25 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen müssen. Diese Preise sind jedoch nur Momentaufnahmen und können sich je nach Region und Entwicklung im Tagesverlauf weiter ändern.

An den Ölmärkten kam es gestern zeitweise zu deutlichen Preisrückgängen, als sich Aussagen zu Exporterholungen aus dem Nahen Osten und Stärkungen der Dieseltransporte Russlands häuften. Als sich kurz darauf Meldungen ergaben, dass man in Moskau bereit für Dreiergespräche mit Vertretern der USA und Ukraine bereit sei, kam wieder ein bisschen Hoffnung am Markt auf eine Friedensfindung im Konflikt auf. Der daraus entstandene Preisrutsch hielt jedoch nicht lange an, da neue Sorgen zu Eskalationen im Nahostkonflikt zustande kamen.

Russland erklärt Bereitschaft zu Dreier-Gesprächen, Erfolg noch unklar
Überraschenderweise kam es gestern zu Meldungen, dass sowohl die Ukraine als auch Russland zu direkten Gesprächen rund um den bisherigen Konflikt und die Friedenssuche bereit seien. Diese sollen aller Voraussicht nach zwischen Unterhändlern der Länder geführt werden, aber ohne dass die Informationen durch vermittelnde Länder weitergetragen sondern direkt zwischen den Konfliktparteien besprochen werden.

Ein neues Treffen könnte bereits im kommenden Monat stattfinden. Wie zielführend die Verhandlungen letztlich werden, ist aktuell nicht abzuschätzen und wird von Politikexperten derzeit ebenfalls mit Skepsis beäugt. So zeigten Friedensversuche in Form eines durch die USA ausgerufenen Angriffsstopps auf Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine Anfang Oktober keinen Erfolg, als Russland seine Angriffe weiter aufrecht hielt, bevor die Ukraine nach drei Tagen Pause ebenfalls wieder in die Offensive ging.

Analysten fürchten Eskalationen rund um den Iran
Während die Angriffe rund um den Iran sowie gegen Saudi-Arabien durch die jemenitische Huthi-Miliz weiter fortgesetzt werden, blicken Analysten und Experten unruhig auf die Reaktion der USA. So ließ das US-Außenministerium zuletzt alles nicht-notwendige Personal aus seinen Einrichtungen in der Region evakuieren, insbesondere Familienangehörige der stationierten Arbeiter und Soldaten. Ob es sich hierbei wirklich nur um eine Sicherheitsmaßnahme handelt, wird derzeit sehr genau beobachtet.

So kam es in der Vergangenheit bereits vor, dass nach solchen Rückziehungen von Personal umfassende, schwere Angriffe gegen entsprechend feindliche Parteien durchgeführt wurden. Analysten von ANZ Research befürchten deshalb, dass die jüngsten Entwicklungen darauf deuten, dass im Hintergrund mehr geplant werden könnte. „Spekulationen über gemeinsame Angriffspläne der USA und Israel nehmen zu“, fasste ANZ Research die Entwicklungen zusammen.

Spannungen zwischen Kriegssorgen und Friedenssuche – Heizöl wird günstiger
Die Preise an den Ölbörsen finden sich aktuell in einem wilden Auf und Ab der geopolitischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Dabei kam es gestern Abend bei den Ölprodukt-Märkten zu deutlichen Preisrückgängen, die sich zwar im bisherigen Tagesverlauf verkleinerten, aber dennoch für Preisnachlässe bei Heizöl sorgen. In direkter Folge dürfen Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit Preisnachlässen über durchschnittlich -1,50 bis -2,50 Euro pro 100 Liter rechnen. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich daher im Tagesverlauf und je nach Entwicklung am Weltmarkt jederzeit wieder ändern.