Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und dessen Produkten aktuell leicht sinken.

China stößt Friedensfrage im Iran an
Die chinesische Regierung in Peking bat in einem direkten Appell an den Iran, die Konflikte zurückzufahren und stärker an einer diplomatischen Friedensfindung zu arbeiten. In der selben, direkten Anfrage wurde außerdem darum gebeten, dass die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gestoppt werden sollen, die schon früher viel vom Iran unterstützt wurden. Vertreter der iranischen Hauptstadt erklärten, dass eine baldige Friedensfindung stark vom Verhalten der USA abhängig wäre.

Dass ein echter Frieden nicht einfach aus einer einzelnen Bitte kommen kann, wird dadurch unterstrichen, dass die iranische Revolutionsgarde gestern einen Angriff auf einen Öltanker meldete, der ihrer Meldung zufolge ohne Freigabe die Straße von Hormus passieren wollte. „Die illegale Durchfahrt durch die Straße von Hormus führt zu nichts anderem als zur Zerstörung des betreffenden Schiffes“, so die iranische Marine. Damit ist mehr als eindeutig, dass es noch deutlich mehr Anstrengungen bedarf, bevor es zum Frieden im Nahen Osten kommen kann.

USA kündigt Sanktionen gegen Russland an, Moskau warnt vor Folgen
Parallel zu den Konflikten im Nahen Osten kam aus den USA die Meldung zu einem neuen Sanktionspaket gegen Russland, sowie Käufer von russischem Öl und dessen Produkten. Das neue Gesetz soll es den Vereinigten Staaten nach Freigabe des US-Präsidenten ermöglichen, Strafzölle auf Länder zu erheben, die russische Ölwaren importieren. Auch sollen bereits bestehende Sanktionen auf weitere russische Unternehmen und Schiffe ausgeweitet werden, um diese Instanzen gezielt aus Dollarsystemen auszuschließen und Moskau so direkt finanziell zu treffen.

Kreml-Sprecher Dmitry Peskov meldete sich am Donnerstagnachmittag zu den angekündigten Sanktionen zu Wort und erklärte, dass diese die „Bemühungen um eine Friedensregelung in der Ukraine zweifellos erschweren“ würden. Die Aussagen sowohl aus Russland als auch dem Nahen Osten machen es mehr als deutlich, dass es bis zu einem Frieden in den aktuellen Konflikten noch viele Bemühungen brauchen wird. Es ist jedoch auch nicht abzuweisen, dass nach monatelangen Kämpfen ohne Verhandlungen zumindest wieder darüber nachgedacht wird, wie ein Frieden erreicht werden kann.

Preisrückgang bei Heizöl setzt sich fort
Die geopolitische Lage bleibt aufgeheizt und die Versorgung der Ölmärkte weltweit stark eingeschränkt. Dennoch entspannten sich die Märkte vor dem Wochenende zumindest ein bisschen, auch wenn es noch zu früh wär von „Optimismus“ zu sprechen. Für Heizölkäufer in Deutschland bedeuten die Entwicklungen heute jedoch erneute Preisnachlässe bei Heizöl. Diese liegen heute Vormittag bei Schätzungsweise -3,20 bis -3,80 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag. Die Preise sind jedoch weiterhin nur Momentaufnahmen und können sich, abhängig von geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.

An den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel gewesen sein könnte.

 

Saudi Aramco will wichtige Pipeline schrittweise wieder hochfahren
Am vergangenen Freitag hatte der staatliche Energiekonzern Aramco mit der Ost-West Pipeline eine wichtige Alternativroute zur Straße von Hormus für die Exporte von seinen Ölfeldern im Osten des Landes vorübergehend abgeschaltet. Drohnenangriffe von irakischem Territorium aus, die auf die Anlage abgezielt hatten, waren der Grund dafür gewesen. Nachdem man anfangs noch befürchtete, die Pipeline könnte mehrere Wochen außer Betrieb bleiben, will die Aramco die Rohöltransporte über Anlage nun in den kommenden Tagen durch Übergangslösung wieder aufnehmen.

 

So hieß es aus informierten Kreisen, das Unternehmen wolle einen beschädigten Streckenabschnitt provisorisch zu umgehen, um erste Teilmengen transportieren zu können. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird nach Angaben des Insiders voraussichtlich allerdings rund sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weder der Staatskonzern, noch das saudische Energieministerium äußerten sich bislang offiziell zu dem Vorgang. Die Auslastung der Pipeline, die an den Exportterminal Yanbu am Roten Meer angebunden ist, lag vor dem Angriff bei rund 7 Mio. B/T. Regierungsdaten zufolge beliefen sich die saudischen Rohölexporte im Juni aufgrund der beeinträchtigten Schifffahrt in der Straße von Hormus und der Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer  aber gerade einmal auf knapp 4 Mio. B/T, nachdem sie im Mai sogar ein Rekordtief verzeichnet hatten.

 

US-Kraftstoffbestände erholen sich weiter – Fed erhöht Leitzinsen
Auch aus den USA kamen gestern einige Meldungen, die die Preise an den Ölbörsen sinken ließen. So meldete das US-Energieministerium (DOE) die zweite Woche infolge Aufbauten bei den Destillat- und Benzinbeständen, bevor die Federal Reserve am Abend wie erwartet eine Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte bekannt gab. Bei der Pressekonferenz zur Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC), gab Notenbankchef Kevin Warsh dann zudem Hinweise darauf, dass die gestrige Zinserhöhung nicht die einzige vor dem Jahresende bleiben könnte. Dies stützte nicht nur den US-Dollar, was die im Greenback gehandelten Ölfutures teurer für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten verteuerte, sondern ließ auch Sorgen über die Entwicklung der Konjunktur und der Ölnachfrage aufkommen.

 

Heizölpreise niedriger erwartet
Der Rückgang der Ölpreise an der Londoner Rohstoffbörse ICE wirkt sich auch auf die Inlandspreiserwartungen aus, wenngleich der Euro gegenüber dem Dollar am Mittwochabend deutlich Federn lassen musste. So können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit gegenüber Mittwochvormittag mit Abschlägen von –2,20 bis -2,75 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.

München (ots) – Die Spritpreise an deutschen Tankstellen sind im Vergleich zu den vergangenen Wochen erneut deutlich gestiegen. Die aktuelle wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, dass Super E10 im bundesweiten Mittel um 4,1 Cent teurer ist als in der Vorwoche. Ein Liter kostet aktuell 2,300 Euro und hat damit ein neuerliches Allzeithoch erreicht. Auch in diesem Wochenvergleich fällt der Preisanstieg für Diesel sogar noch deutlicher aus. Für einen Liter müssen Autofahrer 10,1 Cent mehr bezahlen als vor einer Woche. Ein Liter Diesel kostet damit im bundesweiten Durchschnitt derzeit 2,422 Euro und liegt damit knapp unter dem Allzeithoch aus dem April 2026.

 

Die weiter steigenden Spritpreise hängen auch mit dem höheren Ölpreis zusammen. Aktuell kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent knapp 110 US-Dollar. Nach Ansicht des ADAC rechtfertigen der erneute Anstieg des Ölpreises sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise.

 

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Super E10: Der deutschlandweite Tagesdurchschnittspreis erreichte vier Tage nacheinander neue Höchststände, obwohl der Rohölpreis deutlich unter früheren Spitzenwerten liegt. Ende April kostete ein Barrel Brent ebenfalls rund 110 US-Dollar, Super E10 lag damals jedoch nur bei etwa 2,10 Euro je Liter. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Entwicklung nur schwer nachvollziehbar. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterer Erklärungsbedarf. Notwendig ist mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

ADAC: Allzeithoch bei Super E10 setzt sich fort / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

 

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

 

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Mit den Spannungen rund um den Nahen Osten, die in den letzten Wochen aufgrund von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auch in Saudi Arabien für umfassende Probleme im Ölexport sorgen, steigen die Preise am Weltmarkt deutlich an. Unternehmen und Länder sehen die internationalen Exporte gefährdet und eingeschränkt, während die Nachfrage nach Öl und dessen Produkten durch Monate knapper Versorgung weiter steigt. Die kürzlichen Angriffe auf eine Pipeline in Saudi Arabien scheinen diesmal auch bestätigt Exporte nach Europa zu betreffen und einzuschränken.

Saudische Ölgesellschaft stoppt erste Lieferungen nach Europa
Ende letzte Woche kam es zu Meldungen von Bränden an der Ost-West-Pipeline in Saudi Arabien, welche Öltransporte vom Osten des Landes bis durch zur Westküste ermöglicht, von wo auch öfters Exporte nach Europa getätigt wurden. Die Pipeline musste vergangene Woche abgeschaltet werden, weshalb Handelsquellen schon sicher damit rechneten, dass es auch zu Einschränkungen bei den Exporten Saudi Arabiens kommt. Genau diese Befürchtungen wurden heute bestätigt.

Einem Insider zufolge teilte die saudisch-staatliche Ölgesellschaft „Saudi Aramco“ ihren europäischen Kunden mit, dass einige für September geplante Lieferungen ausfallen könnten. Verladungen aus dem Rotmeerhafen Yanbu, die so ziemlich wichtigste Exportstelle der Westküste Saudi Arabiens, werden vorübergehend sogar komplett ausgesetzt. Wie viele Ladungen betroffen sind und wie lange die Exportstopps andauern werden, ist bislang unklar.

Die Exportstopps und Lieferabbrüche sorgen nun jedoch für Druck am Rohöl- und Ölproduktmarkt, auch in Europa, da Länder wie Polen und Litauen in den letzten Monaten erhebliche Anteile ihrer Ölversorgung durch Saudi Arabien bezogen haben. Die lokalen Unternehmen wollen sich nun dafür einsetzen, die fehlenden Waren schnellstmöglich aus anderen Regionen zu importieren, was im Rahmen des knappen Angebots auf dem Weltmarkt zusätzliche Spannungen und Versorgungsunsicherheiten verursacht.

Heizölpreise steigen weiter an
Nachdem sich die Befürchtungen zu anhaltenden Exportschwierigkeiten aus Saudi Arabien mit der Info der Lieferstopps bestätigt hat, fürchten die Märkte sich verschlimmernde Engpässe in der globalen Versorgung mit Erdöl und dessen Produkten. Das sinkende Angebot sorgte dabei direkt für Preisanstiege am Markt, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer für Heizöl in der Bundesrepublik derzeit mit moderaten Preisanstiegen in Höhe von +2,45 bis +3,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen müssen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.

Nach wie vor ist im Nahen Osten keine Entspannung in Sicht – eher im Gegenteil. Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich wieder ausgeweitet und so kam in den letzten Tagen vor allem Saudi-Arabien unter Beschuss. Schon am Freitag wurde eine der wichtigsten Pipelines im Land stark beschädigt und könnte über Wochen ausfallen.

 

Wichtige Pipeline bleibt abgeschaltete
Die Ost-West-Pipeline, die Saudi-Arabiens Ölfelder im Westen mit dem Roten Meer verbindet, ist aktuell die wichtigste Alternativroute zur Verschiffung der Ölmengen über den Persischen Golf. Riad transportierte bis zum Angriff am Freitag täglich etwa 4 Mio. Barrel Rohöl über die Pipeline an den Rotmeerhafen in Yanbu. Aktuell steht die Versorgungsleitung allerdings still.

 

Wie lange der Ausfall dauern wird, ist aktuell noch nicht sicher. Offizielle Angaben des staatlichen Energiekonzerns Saudi Aramco gibt es bisher nicht. Aus Insiderkreisen hieß es allerdings gestern, die Reparaturarbeiten könnten bis zu fünf Wochen dauern. Klar ist: Je länger die Exportunterbrechung anhält, desto mehr verschärft sich die Angebotslage auf dem Weltmarkt.

 

Huthi-Angriffe im Roten Meer erhöhen Risiko
Dabei ist der Pipeline-Ausfall noch nicht einmal das einzige Problem. Zusätzlich ist das Risiko für die Schifffahrt im Roten Meer in den letzten Tagen wieder enorm gestiegen. Grund sind die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen, die im Jemen einen erbitterten Bürgerkrieg gegen Saudi-Arabien führen. Sie haben ihre Angriffe auf Tanker in der Region zuletzt wieder ausgeweitet, so dass immer weniger Reedereien und Tankerunternehmen das Risiko tragen wollen.

 

Damit sind Saudi-Arabien nun effektiv beide Seewege abgeschnitten, denn auch die Straße von Hormus im Persischen Golf bleibt gesperrt. Hier ist nichts mehr zu spüren von möglichen diplomatischen Bemühungen, ein Treffen der angrenzenden Golfstaaten mit dem Iran, das für Montag geplant war, wurde kurzfristig abgesagt. Entsprechend stellt man sich am Ölmarkt wieder auf größere und vor allem anhaltende Unterbrechungen ein.

 

Heizölpreise etwas günstiger
Dies macht sich auch bei den Inlandspreisen bemerkbar, die grundsätzlich auf hohem Niveau bleiben. Da die Preisrally aber in der letzten Woche sehr steil verlief, kam es gestern an den Börsen zu einer leichten Abwärtskorrektur. Diese macht Heizöl im Bundesgebiet heute im Durchschnitt etwas günstiger als gestern Morgen und so kann mit Abschlägen von  -0,65 bis -1,25 Euro/100l gerechnet werden.

Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten laufen seit mittlerweile 6 1/2 Monaten, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Tatsächlich verschlimmerte sich die Lage im Nahen Osten in den letzten Tagen deutlich, nach eskalierenden Schiffsangriffen zwischen den USA und Iran sowie durch verstärkte Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien. Neue Angriffe auf saudische Ölanlagen verschärfen die Einschränkungen in den Öllieferungen aus Nahost seit Ende der vergangenen Woche erheblich. Die Ölbörsen reagierten darauf mit deutlichen Preisaufschlägen bei Öl und dessen Produkten, darunter Heizöl, welches auf dem derzeit teuersten Stand seit März 2022 gehandelt wird.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die kürzlichen Eskalationen im Kampf zwischen den USA und dem Iran rund um den Verkehr in der Straße von Hormus, sowie der hochkochende Konflikt rund um die jemenitische Huthi-Miliz, sorgten für Druck am Ölmarkt und anhaltende Versorgungs-Sorgen für den Markt. Die Heizölpreise in der Bundesrepublik stiegen in direkter Folge im Vergleich zu vergangenem Freitag um +2,57 Euro pro 100 Liter und erreichten damit ein 4 1/2 – Jahres-Hoch. Im Vergleich zu vergangenem Montag kostet Heizöl heute Vormittag durchschnittlich +12,61 Euro mehr, und gegenüber Mitte August knapp +28,85 Euro mehr.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisverläufe zeigen weiterhin eindrucksvoll, wie stark der Nahost-Konflikt die Preise an den Ölmärkten in die Höhe katapultiert hat. So kosten 100 Liter Heizöl aktuell +54,75 Euro mehr als vor drei Monaten, als die schlimmsten Spannungen des Konflikts sich für eine Weile beruhigt hatten. Blicken wir weiter zurück auf die Vorjahreswerte, als die Situation rund um Nahost und insbesondere den Iran deutlich ruhiger war, zahlen Käufer von Heizöl aktuell +76,95 Euro mehr als vor einem Jahr, und +79,38 Euro mehr als im September 2024. Der Preisanstieg bei letzterem entspricht einer Verteuerung von +90,4 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Vorläufige Außerbetriebnahme saudischer Ost-West-Pipeline
Im Rahmen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten wurde eine der wichtigsten saudischen Export-Pipelines getroffen und vorübergehend außer Betrieb genommen. Wie umfassend die Schäden sind, ist nicht bekannt, auch wann die Anlage wieder in Betrieb geht ist noch offen.

– Iran und USA offen für Eskalation des Krieges
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben in den letzten Wochen erheblich zugenommen, keines der Länder möchte klein beigeben und beide Seiten deuteten mehrfach an, für weitere Eskalationen bereit zu sein, sollte das jeweils andere Land seine Aggressionen und Angriffe auf Schiffe und Ölanlagen nicht unterlassen.

– China baut Ölimporte wieder aus
Während die Versorgungslage aufgrund der geopolitischen Spannungen deutlich angespannt bleibt, sucht auch China derzeit wieder deutlich mehr Ölimporte als in den letzten Monaten. Damit wird das bereits knappe Angebot auf noch mehr Kunden gestreckt, was die Preise am Weltmarkt weiter erhöht. 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 14.09.2026 

Die bereits angespannten Konflikte im Nahen Osten, sei es rund um den Iran aber auch zu den Auseinandersetzungen zwischen Saudi Arabien und der Huthi-Miliz haben diese Woche drastisch zugenommen. Händler rechnen damit, dass die Konsequenzen des Kriegs, wenn nicht sogar der Konflikt selbst, uns bestimmt noch das restliche Jahr und darüber hinaus begleiten werden. Die Preise an den Ölbörsen stiegen dabei gestern erheblich an, besonders, da die jemenitische Miliz ihren Einfluss auf das Rote Meer mit der gestrigen Übernahme des Hafen von Mokka ausgeweitet hat.

Huthi-Miliz übernimmt Hafen von Mokka – Ölmärkte werden nervös
Die politisch-religiöse Huthi Miliz im Jemen ist einer der wichtigsten Partner des Iran und steht seit Jahren im Konflikt mit Saudi Arabien für deren Einfluss im Bürgerkrieg innerhalb des Jemen. In Zusammenarbeit mit dem Iran hat die Miliz in den letzten Wochen ihre Angriffe gegen die Saudis und deren Ölindustrie erheblich hochgefahren. Seit Ende Juli blockiert die militärische Milizgruppe zudem die Durchfahrt von Schiffen und Waren aus Saudi Arabien durch die Meerenge von Bab el-Mandeb, eine enge Handelsroute im Südosten des Roten Meers, die als weltweit wichtige Handels- und Transportroute über den Suez-Kanal zum asiatischen Markt gilt.

Innerhalb der Ausweitung des jemenitischen Bürgerkriegs in den letzten Wochen gelang es der Huthi-Miliz gestern, den Hafen von Mokka im Westen des Jemen einzunehmen und damit einen weiteren, strategisch wichtigen Punkt in der Kontrolle der Meerenge von Bab el-Mandeb zu übernehmen. Damit sieht sich nicht nur Saudi Arabien deutlich stärker unter Druck gesetzt, deren Schiffe und Häfen zuletzt wiederholt von der Miliz angegriffen wurden, auch der globale Handel könnte erheblich eingeschränkt werden, falls die Huthi eine Durchfahrt durch das Rote Meer zugunsten des Iran komplett blockieren sollten.

Heizölpreise vor dem Wochenende erheblich gestiegen
Die Entwicklungen im Nahost-Konflikt und die Ausweitung des Einflusses der Huthi-Miliz ließ die Ölbörsen am Donnerstagnachmittag mit erheblichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten reagieren. Diese Kosten treffen unweigerlich auch die Heizölkäuferinnen und Käufer in der Bundesrepublik, die deshalb für Freitagvormittag mit Preisanstiegen über durchschnittlich +4,60 bis +5,60 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen müssen. Da die geopolitischen Entwicklungen in den letzten Tagen jedoch sehr unvorhersehbar sind, stellen diese Preise nur eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit wieder ändern.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich immer noch keine Entspannung ab. Vielmehr scheint die Lage weiter zu eskalieren. Aktuellen Schätzungen des US-Energieministeriums zufolge dürfte es im laufenden Jahr angesichts der geringeren Angebotsmengen aus der Golfregion zu einem deutlichen Angebotsdefizit kommen. Für 2027 rechnet die Energy Information Administration (EIA) jedoch mit einem umfangreichen Überangebot.

 

Hormus: Iran droht Schiffen mit dauerhaftem Durchfahrverbot
Anfang der Woche hieß es aus dem Iran, die Islamische Republik werde eine Sperrzone vor der Straße von Hormus einführen. Am gestrigen Mittwoch drohte nun der Sprecher der Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guards Corps, kurz: IRGC), dass jedes Schiff, das in diese Sperrzone einfahre, mit einem dauerhaften Durchfahrverbot für die Meerenge belegt werde. Unklar bleibt derweil noch, wo diese Sperrzone genau verlaufen soll. Dies werde noch bekannt gegeben, so  der IRGC-Sprecher.

 

Darüber hinaus gab ein hochrangiger Vertreter der iranischen Regierung an, der Iran werde noch schärfere Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, sollten die USA ihre Angriffe auf iranisches Territorium sowie die Infrastruktur des Landes nicht beenden. Mittlerweile verfüge der Iran über genügend Raketen, um einen lang andauernden Konflikt auszutragen, so der Regierungsvertreter.

 

EIA korrigiert Preisprognosen für 2026 und 2027 nach oben
Angesichts der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie der weiterhin stark eingeschränkten Schifffahrt in der Straße von Hormus geht die EIA in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht für 2026 von einem Angebotsdefizit von knapp 2 Mio. B/T aus. Für 2027 rechnen die Experten dagegen mit einer Überversorgung von 4,9 Mio. B/T.

 

Die Preiserwartungen für die europäische Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI wurden von der EIA für dieses und das kommende Jahr nach oben korrigiert. So dürfte ein Barrel Brent 2026 mit durchschnittlich 91,01 Dollar etwa 4 Dollar mehr kosten, als es die EIA noch im August erwartet hatte. Für 2027 prognostiziert die Behörde zwar immer noch einen Preisrückgang, mit 73,74 Dollar pro Barrel dürfte Brent allerdings ebenfalls rund 4 Dollar mehr kosten als laut dem August-Bericht der EIA.

 

Heizölpreise teils etwas weicher erwartet
Während Brent gestern erstmals seit Ende Juli wieder oberhalb der 100 Dollar-Marke schloss, kletterte Gasoil zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang April. Heute Morgen kam der Gasoil-Kontrakt allerdings nicht über das Hoch von gestern hinaus. Stattdessen gab er zuletzt wieder leicht nach. Dies führt bei den Inlandspreisen dazu, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet derzeit teils noch mit leichten Abschlägen rechnen dürfen. Insgesamt werden die Preise bei –0,40 bis +0,20 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Mittwochvormittag erwartet. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen Entwicklungen jederzeit ändern.

München (ots) –Im Vergleich zur Vorwoche sind die Spritpreise im bundesweiten Durchschnitt deutlich teurer geworden. Wie die aktuelle wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, kostet Super E10 im bundesweiten Mittel 2,259 Euro je Liter und damit 7,6 Cent mehr als in der Vorwoche. Bei Diesel fällt der Anstieg sogar noch größer aus, für einen Liter müssen Autofahrer fast 9 Cent mehr bezahlen als noch vor einer Woche. Ein Liter Diesel kostet damit aktuell im bundesweiten Durchschnitt aktuell 2,321 Euro.

 

Der neuerliche Anstieg hängt mit dem ebenfalls gestiegenen Ölpreis zusammen, der derzeit knapp unter 100 US-Dollar pro Barrel Brent liegt. Nach Ansicht des ADAC rechtfertigen Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise. Besonders auffällig ist, dass Super E10 immer neue Höchststände erreicht, obwohl der Rohölpreis weit von früheren Höchstwerten entfernt ist. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Entwicklung nur schwer nachvollziehbar. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterer Erklärungsbedarf. Deshalb braucht es mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

 

ADAC: Spritpreise steigen weiter / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.

 

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

 

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Die Spannungen und Unsicherheiten rund um den Iran und die USA setzen sich seit mittlerweile mehr als 6 Monaten fort. Nach wiederholten, versuchten Angriffen des Iran auf US-Schiffe zerstörte das US-Zentralkommando CENTCOM fünf iranische Rohöltanker, was die Spannungen in der Meerenge „Straße von Hormus“ weiter verschärfte. Damit nimmt der Schiffsverkehr in der Region weiter ab, was anhaltende Sorgen vor möglichen Versorgungknappheiten verstärkt und in direkter Folge die Heizölpreise leicht steigen lies.

CENTCOM meldet Abschuss von fünf iranischen Öltankern
Am Dienstagabend deutscher Zeit kam es zu mehreren Angriffen auf Öltanker südlich des Iran. kurz darauf bestätigte das US-Zentralkommando CENTCOM Angriffe auf insgesamt fünf iranische Öltanker. Die US-Streitkräfte hätten kurz zuvor die Besatzung aufgefordert, die Schiffe zu verlassen, bevor die Tanker „außer Gefecht gesetzt“ worden seien, hieß es in einer Mitteilung aus den USA. Kurz zuvor habe die iranische „Islamische Revolutionsgarde“ erfolglos versucht, einen US-Flugzeugträger und ein Raketensystem anzugreifen.

Teheran erweitert Drohungen gegen Schiffe im Persischen Golf
In direkter Antwort zu den Angriffen auf die eigenen Schiffe setzte Teheran selbst Raketenschläge auf US-Anlagen in Jordanien ein. Ebenso setzte man eine Warnung aus, dass Besatzungen von Tankern in der Nähe von Kuwait und Bahrain ihre Schiffe „unverzüglich verlassen“ sollen, da sie in Kürze angegriffen werden. Kurz darauf meldeten die Revolutionsgarde Angriffe auf zwei US-Schiffe, acht Öltanker und zehn weitere „nicht kooperative Schiffe“ angegriffen, genauere Meldungen zu möglichen Schäden blieben jedoch bislang aus.

An den Ölbörsen sorgten die Eskalationen direkt für weitere Preisanstiege, da Märkte und Energieunternehmen ihre Erwartungen zu Lieferengpässen und Versorgungsschwierigkeiten weiter verlängern müssen. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge nahe der Insel Hormus, eines der wichtigsten Bindestücke im Schiffsverkehr aus dem Nahen Osten, nahm rund um die Angriffe und mit den neuen Drohungen wieder ab. Am Dienstag passierten nur sechs Frachter die Wasserstraße, vor Konfliktbeginn im Februar waren es in der Regel über 100 Schiffe je Tag.

Heizölpreise steigen leicht an
Die verstärkten Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten, sowohl durch die USA als auch den Iran, sorgen am Weltmarkt für Sorgen vor einer stabilen Ölversorgung und lassen damit die Preise von Rohmaterial und Ölprodukten steigen. Dies trifft auch Heizölkäuferinnen und Käufer in der Bundesrepublik, die aktuell mit Preisaufschlägen um +0,40 bis +1,00 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Dienstagvormittag rechnen müssen. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen Entwicklungen jederzeit ändern.